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Ehrlichia canis

1 Definition

Ehrlichia canis ist ein gramnegatives Bakterium aus der Gattung Ehrlichia und Auslöser der caninen monozytären Ehrlichiose (CME).

2 Systematik

3 Morphologie

Ehrlichia canis ist ein obligat intrazelluläres, kokkoides Bakterium, das im Wirt vorrangig in Monozyten parasitiert.

4 Vorkommen

Die Bakterien werden durch Schildzecken (Ixodidae) übertragen, v.a. Rhipicephalus sanguineus (Braune Hundezecke) und Dermacentor variabilis. Sie sind weltweit verbreitet, kommen aber gehäuft in wärmeren Klimazonen (Tropen, Subtropen, Mittelmerregion) vor.

5 Wirte

Neben Hunden sind auch andere Caniden für Ehrlichia canis empfänglich.

6 Pathogenese

Ehrlichia canis wird durch den Stich der Zecke übertragen. Nach einer variablen Inkubationszeit (8 bis 20 Tage) kommt es zu einer Verbreitung der Erreger in den Monozyten verschiedener Organe. Die Bakterien vermehren sich rasant, erreichen das Morula-Stadium und entziehen sich so der Immunabwehr. Als Reaktion des Körpers entstehen Immunkomplexe und eine Hypergammaglobulinämie.

7 Klinik

Die Symptome einer Infektion des Hundes mit Ehrlichia canis ist sehr variabel. Es können grundsätzlich drei Krankheitsstadien unterschieden werden:

Ehrlichia canis tritt häufig gleichzeitig mit anderen vektorübertragenen Erkrankungen auf, weshalb Koinfektionen mit anderen Erregern (z.B. Anaplasma phagocytophilum) häufig sind und das klinische Bild verschlimmern können.

8 Differenzialdiagnosen

Differenzialdiagnostisch sind andere vektorübertragene Erreger auszuschließen, u.a.:

9 Diagnose

Die Diagnose kann serologisch über den Nachweis von spezifischen Antikörpern im Serum gestellt werden. Aufgrund der charakteristischen Morula-Stadien lassen sich die Erreger auch in einem gefärbten Blutausstrich identifizieren.

Die molekularbiologische Diagnostik mittels PCR ist jedoch aufgrund deutlich höherer Sensitivität der mikroskopischen Untersuchung vorzuziehen.

10 Therapie

Die Ehrlichiose kann mit Doxycyclin (5 mg/kgKG SID p.o. über 7 Tage bei akuten Fällen, 10 mg/kgKG SID p.o. bei chronischen Fällen) oder Oxytetracyclin (20 mg/kgKG TID p.o.) behandelt werden.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

11 Quellen

  • Prof. Dr. Anja Joachim. 2019. So diagnostizieren Sie canine Ehrlichiose (Ehrlichia canis) (abgerufen am 21.09.2020)
  • Snowden J, Simonsen KA. 2020. Ehrlichiosis. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing.
  • Mayr A (Hrsg.). 2007. Medizinische Mikrobiologie, Infektions- und Seuchenlehre. 8., überarbeite Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN 978-3-8304-1060-7
  • CliniPharm CliniTox. Doxycyclin (abgerufen am 21.09.2020)
  • CliniPharm CliniTox. Oxytetracyclin (abgerufen am 21.09.2020)

Diese Seite wurde zuletzt am 2. Oktober 2020 um 17:17 Uhr bearbeitet.

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