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Hepatozoon canis

von griechisch: hepar - Leber und zoon - Tier

1 Definition

Als Hepatozoon canis bezeichnet man einen Parasiten der Gattung Hepatzoon, welcher der Erreger der Hepatozoonose bei Hund und Katze ist.

2 Erreger

Hepatozoon canis parasitiert hauptsächlich bei Hunden, Rotfüchsen, Schakalen, Hyänen u.a. Caniden. Katzen und andere Feliden werden ebenso als Wirte gelistet.

Die in neutrophilen Granulozyten und Monozyten parasitierenden Stadien sind backsteinförmige, etwa 10 x 5 µm große Gamonten. Im Gegensatz dazu finden sich die Merogoniestadien in der Leber, der Milz, im Knochenmark, der Muskulatur und anderen Organen.

3 Entwicklung

Hepatozoon canis wird durch Rhipicephalus sanguineus (braune Hundezecke) sowie Ixodes hexagonus (Igelzecke) übertragen. Werden bei der Blutmahlzeit von Zeckennymphen die Gamonten aufgenommen, kommt es im Darm der Nymphen zur Bildung eines Ookineten (bewegliche Zygote), der anschließend ins Haemocoel (Mixocoel, Leibeshöhle der Gliederfüßer) wandert. Nach der Sporogonie und Häutung (der Nymphen) entstehen in den adulten Zecken große Oozysten (ca. 100 µm), die 30 bis 50 Sporozysten mit je 16 Sporozoiten enthalten.

Hunde infizieren sich schließlich per os durch Zerbeißen adulter Zecken (v.a. bei der Körperpflege).

Nach der Aufnahme der Zecken dringen die Sporozoiten in die Darmgefäße der Hunde ein und gelangen hämatogen in verschiedene Organe (Leber, Milz, Lymphknoten, Lunge, Knochenmark, Nieren, Myokard und Muskulatur), wo sich in einer 1. Merontengeneration zahlreiche Mikromerozoiten bilden. Diese entwickeln sich in Leukozyten des peripheren Blutes zu Gamonten weiter.

4 Vorkommen

Hepatozoon canis kommt v.a. in den Tropen und Subtropen vor - besonders in hochendemischen Verbreitungsgebieten von Rhipicephalus sanguineus in Asien, Afrika, Südamerika und Südeuropa.

5 Epidemiologie

In endemischen Gebieten kommt die Hepatozoon-canis-Infektion bei Hunden häufig, bei Hauskatzen und anderen Feliden dagegen selten vor. Rotfüchse sowie andere Fleischfresser (Schakale, Hyänen) fungieren als Reservoirwirte.

In Europa erkranken Hunde meistens in den Küstenländern des Mittelmeeres. In Spanien liegt die Prävalenz bei mehr als 30%. Reiseinfektionen sind in Mitteleuropa selten, wohingegen Infektionen bei importierten Hunden häufig auftreten.

6 Erkrankung

Eine Infektion mit Hepatozoon canis kann inapparent verlaufen, aber auch mittel- bis hochgradige, tödlich verlaufende Erkrankungen verursachen. Meronten der 1. Generation stellen dabei die pathogenen Stadien dar. In den befallenen Organen können sie zu Entzündungen (Hepatitis, Lymphadenopathie, Pneumonie, Glomerulonephritis, Myositis) führen, die unterschiedliche Symptome zur Folge haben können.

Meist treten Fieber, Inappetenz, Apathie, Halitosis, Anämie, leichte Leukozytose, Lymphadenopathie, Abmagerung, Nasen- und Augenausfluss, Diarrhö sowie Muskelschmerzen mit Lahmheit auf. Die selten auftretende hochgradige Parasitämie geht meist mit extremer Neutrophilie (< 150.000/µl) einher.

7 Diagnose

Eine Infektion kann mittels Antikörpernachweis (IFAT, ELISA) diagnostiziert werden, da Antikörper bereits vor Beginn der Parasitämie nachweisbar sind.

8 Differenzialdiagnosen

Differenzialdiagnostisch müssen v.a. Infektionen mit Babesien, Leishmanien und Ehrlichia-Arten berücksichtigt werden, die auch in Mischinfektionen mit Hepatozoon canis auftreten können.

9 Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.

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