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Hypergammaglobulinämie

Englisch: hypergammaglobulin(a)emia

1 Definition

Eine Hypergammaglobulinämie ist ein erhöhter Gehalt an Gammaglobulinen im Blut.

Das Gegenteil einer Hypergammaglobulinämie ist die Hypogammaglobulinämie.

2 Einteilung

Man unterscheidet vier Formen der Hypergammaglobulinämie.

2.1 Monoklonale Hypergammaglobulinämie

Bei monoklonalen Hypergammaglobulinämien ist isoliert ein bestimmter Antikörper im Serum erhöht, der von einem einzigen B-Lymphozyten-Klon stammt. In der Serumeiweißelektrophorese macht sich das durch eine schmalbasige Zacke in der Gamma-Fraktion bemerkbar (sog. M-Gradient). Ein M-Gradient kann aber auch in der Beta- oder sogar Alpha-Fraktion liegen. Am häufigsten stammen monklonale Antikörper aus der Klasse IgG. Monoklonale Hypergammaglobulinämien können auf ein Plasmozytom hinweisen. Sie sind passager in seltenen Fällen auch bei Infektionen möglich.

siehe auch: Monoklonale Gammopathie

2.2 Polyklonale Hypergammaglobulinämie

Polyklonale Hypergammaglobulinämien sind häufiger. Hier sind diffus viele verschiedene Antikörper vermehrt, was zu einer breitbasigen Erhöhung der Gamma-Fraktion führt. Polyklonale Hypergammaglobulinämien kommen unter anderem vor bei:

Chronische Infektionen, die der Körper nicht überwinden kann, führen meist zu einer deutlich ausgeprägten Hypergammaglobulinämie. Ein Beispiel ist die chronische Hepatitis C. Hier können die in großer Menge gebildeten Antikörper zu weiteren Phänomenen führen und sich als Kälteagglutinine bemerkbar machen.

Die Ursache der Hypergammaglobulinämie bei Leberversagen nicht-infektiöser Genese wie bei alkoholtoxischer Leberzirrhose ist nicht eindeutig geklärt. Eine Theorie ist, dass die versagende Leber bakterielle Antigene und Toxine nicht mehr filtern kann, wodurch die Plasmazellen zu verstärkter Antikörperproduktion angeregt werden.[1]

2.3 Oligoklonale Hypergammaglobulinämie

Oligoklonale Hypergammaglobulinämien sind extrem selten. Sie treten auf, wenn zwei bis zehn bestimmte Plasmazellklone sich gegenseitig über Zytokinausschüttung zur klonalen Expansion stimulieren.

2.4 Atypische Hypergammaglobulinämie

Eine atypische Hypergammaglobulinämie tritt mit einer Häufigkeit von 1:1.000.000 auf. Kennzeichnend sind eine großflächige Phlegmone und Petechien.

3 Quellen

  1. Liu WT, Jing YY, Han ZP, Li XN et al: The injured liver induces hyperimmunoglobulinemia by failing to dispose of antigens and endotoxins in the portal system. PLoS One. 2015 Mar 31;10(3):e0122739.

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