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Dyschromie

Englisch: dyschromia

1 Definition

Eine Dyschromie bezeichnet man jede Farbveränderung der Haut und ihrer Anhangsgebilde sowie der Schleimhaut durch vermehrte Einlagerung von Pigmenten. Einen vermehrten Melaningehalt der Haut grenzt man durch den Begirff Hyperpigmentierung ab.

2 Einteilung

Nach der Herkunft der Pigmente unterscheidet man zwischen:

  • endogener Dyschromie: Ablagerungen körpereigener Pigmente
  • exogener Dyschromie: Ablagerung von exogen (perkutan oder systemisch) zugeführten Pigmenten

2.1 Endogene Dyschromien

Zu den endogenen Dyschromien zählen:

2.2 Exogene Dyschromien

Zu den exogenen Dyschromien zählen:

  • Karotinose: Gelbverfärbung der Haut (Aurantiasis cutis) im Rahmen einer Hypercarotinämie, v.a. durch exzessive Zufuhr von Beta-Carotin (z.B. in Form von Karotten). Ähnliche Pigmentierungen finden sich bei der Lykopenämie (bei übermäßigem Verzehr von Lycopin z.B. in Form von Tomaten)
  • Argyrose: schiefergraue Pigmentierung durch Ablagerung von Silberkomplexen
  • Chrysiasis: schiefergraue Pigmentierung durch Ablagerung von Gold
  • Ablagerung von Arsen: längerfristige Arseningestion (z.B. früher für Therapie der Psoriasis, als Tonikum oder in der Landwirtschaft) kann zu bronzefarbiger, diffuser, fleckförmiger Melanose am Stamm mit regentropfenartigen Hypopigmentierungen führen. Weiterhin Risikofaktor für Basalzellkarzinome, Morbus Bowen und Malignome innerer Organe.
  • Ablagerung von Eisensalzen: Bei Verwendung von Eisensulfat zur Blutstillung kann es zur permanenten Eisenablagerung in der Wunde kommen. Das Pigment wird von Makrophagen aufgenommen.
  • Ablagerung von Wismut: seltene blaugraue Dyschromie nach langfristiger Wismuteinnahme (z.B. bei Helicobacter-Eradikation oder früher bei Behandlung der Syphilis). Als Frühzeichen gilt der grauschwarze Saum der marginalen Gingiva durch eingelagertes Wismutsulfid. Ähnelt der Argyrose.
  • Hydrargyrose: graubraune Dyschromie v.a. im Bereich der Augenlider und in Hautfalten durch längeren Gebrauch von Quecksilberverbindungen (früher in Ophthalmologika und Bleichungscremes; in der EU als Kosmetikinhaltsstoff inzwischen verboten).
  • schwarzer Dermografismus: Dunkelfärbung der Haut infolge von Abrieb feinster Metallteilchen
  • exogene Ochronose: durch topische Anwendung von Hydrochinon-haltigen Bleichmitteln
  • Medikamenteninduziert:
    • Xanthodermie: Gelbverfärbung der Haut durch Mepacrin oder Sorafenib
    • Minocyclin: blauschwarze, flächige Verfärbungen an Armen, Unterschenkeln und Knöcheln, seltener Pigmentierungen der Gingiva, Zunge, Skleren und Zähne sowie der Fingernägel. Meist bei Akne- und Rosazea-Patienten nach langer Anwendung mit Kumulativdosen > 100 g. Auch innere Strukturen (Kieferknochen, Schilddrüse, Herzklappen) können verfärbt sein. Rückbildung nach Absetzen innerhalb von vielen Monaten. Pigmente bestehen aus Eisen, Melanin und Minocyclinkomplexen.
    • Amiodaron: blaugraue bis schwarzviolette Pigmentierungen im Gesicht und an den Handrücken bei ca. 10 % der Patienten nach längerfristiger Therapie mit Kumulativdosen von etwa 250 g. Ablagerungen eines lipidähnlichen Abbauprodukt von Amiodaron in den Lysosomen. Behandlung mit gütegeschaltetem Rubinlaser kann erwogen werden.
    • Imipramin: gelb-bräunliche Pigmentierungen in lichtexponierten Arealen (v.a. Gesicht, Streckseiten der Arme) nach mindestens zweijähriger Imipramin-Einnahme. Ablagerungen entsprechen Melanin-Imipramin-Komplexen. Therapie mit gütegeschaltetem Alexandrit- und Rubinlaser möglich.
    • Clofazimin: orangerote oder bräunliche Pigmentierungen
    • Hydroxychloroquin: schiefergraue Hyperpigmentierungen in belichteten und unbelichteten Hautarealen sowie in Schleimhäuten (v.a. harter Gaumen). Rückbildung meist innerhalb von 2-6 Monaten nach Absetzen.

Im weiteren Sinne werden auch Tätowierungen zu den exogenen Dyschromien gezählt.

Fachgebiete: Dermatologie

Diese Seite wurde zuletzt am 17. September 2020 um 17:53 Uhr bearbeitet.

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