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Druse (Veterinärmedizin)

Englisch: strangles

1 Definition

Bei einer Druse handelt es sich um eine bei Pferden vorkommende Erkrankung der Lymphknoten der oberen Atemwege, insbesondere der mandibulären und retropharyngealen Lymphknoten. Der Erreger ist das grampositive, schleimbildende Bakterium Streptococcus equi equi.

2 Übertragung

Die Verbreitung erfolgt durch direkte Übertragung von Pferd zu Pferd, aber auch über Aerosole, sowie belebte und unbelebte Vektoren. Die daraus resultierende Morbidität kann bis zu 100% betragen. Die Mortalität hingegen ist eher gering.

3 Pathogenese

Das Bakterium gelangt nach der Aufnahme über die Nase zunächst in die Tonsillae pharyngeales und die retropharyngealen Lymphknoten. Von dort kann sich der Erreger weiter in die tributären Mandibular- und suprapharyngealen Lymphknoten ausbreiten. Ein Befall der thorakalen und abdominalen Lymphknoten kann durch hämatogene oder lymphogene Streuung möglich sein.

Zu den Leitsymptomen zählen Fieber, Nasenausfluss sowie Lymphadenitis. Abszedierende Lymphknoten können aufbrechen und Eiter nach außen verlieren. Hämatologisch ist in der Anfangsphase ein Anstieg der Leukozyten mit Neutrophilie zu beobachten.

4 Diagnose

Für die Diagnose werden die Anzucht und anschließende Differenzierung der Streptokokken mithilfe einer Kultur, als auch der Nachweis mittels PCR herangezogen. Das hierfür geeignete Material sind Nasenabstriche, Lavage-Proben sowie Eiter aus den abszedierenden Lymphknoten.

5 Behandlung

Die Behandlung der Druse ist in Abhängigkeit der Phase als auch der Schwere der Erkrankung zu gestalten. So ist eine antibiotische Behandlung bei bereits abszedierten Lymphknoten meist nicht mehr gerechtfertigt, da die Bakterien durch die Abszesskapsel nicht mehr erreicht werden können. In diesem Fall werden die Abszesse chirurgisch gespalten.

In der Frühphase der Erkrankung kann eine antibiotische Therapie für 7 bis 10 Tage der Infektion und somit einer Weiterverbreitung des Erregers entgegenwirken. Diese Tiere entwickeln dann jedoch nur noch eine geringe Immunität.

Wichtig ist eine Isolierung der erkrankten Tiere vom restlichen Bestand und die Einhaltung von Desinfektions- und Hygienemaßnahmen, um eine Verbreitung der Erkrankung zu unterbinden.

6 Literatur

  • Laboklin, Druse - ein Update, April 2017, www.laboklin.com

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