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Serratia marcescens

1 Definition

Serratia marcescens ist ein gramnegatives, fakultativ anaerobes Bakterium, das beim Menschen opportunistische Infektionen auslösen kann. Es gehört zur Gattung Serratia und zur Familie der Enterobakterien.

2 Eigenschaften

Serratia marcescens ist ein nahezu ubiquitär im Boden und im Wasser vorkommender Mikroorganismus, der sich in einem Temperaturbereich von 5 bis 40 °C und bei einem Umgebungs-pH zwischen 5 und 9 reproduzieren kann. Er ist stäbchenförmig und durch seine peritrich angeordneten Geißeln aktiv beweglich. Von anderen gramnegativen Erregern unterscheidet sich Serratia marcescens u.a. dadurch, dass der Erreger Casein hydrolysiert und einen rot-orangen Farbstoff, das Prodigiosin produziert. Er kann ferner Tryptophan und Citrat verstoffwechseln.

Das Genom von Serratia marcescens ist vollständig sequenziert. Es besteht aus einem in sich geschlossenen DNA-Strang und hat eine Größe von rund 5,1 MBp.

3 Pathogenität

Der Erreger hat ein breites Wirtsspektrum und kann neben dem Menschen zahlreiche Tierspezies und sogar Pflanzen befallen.

Beim Menschen kann Serratia marcescens verschiedene Gewebe infizieren, vor allem den Harntrakt, die Atemwege und das Auge, wo der Keim eine Konjunktivitis, Keratitis und Endophthalmitis verursacht. Da Serratia marcescens fakultativ pathogen ist, muss in der Regel eine verminderte Immunkompetenz des Wirts vorliegen. Selten können eine Osteomyelitis, Endokarditis oder Meningitis auftreten.

Eine steigende Bedeutung hat Serratia marcescens als Auslöser von Nosokomialinfektionen.

4 Diagnostik

Der Nachweis von Serratia marcescens erfolgt per PCR oder durch Anzucht des Erregers in geeigneten Nährmedien (z.B. MacConkey-Agar).

5 Resistenz

Die meisten Serratia-marcescens-Stämme sind gegen mehrere Antibiotika primär resistent, u.a. gegen Colistin, Nitrofurantoin, Ampicillin, Makrolidantibiotika und Cephalosporine der 1. und 2. Generation. Ursache dieser Resistenz ist ein Plasmid, das die entsprechenden Resistenzgene trägt, der R-Faktor.

Serratia marcescens kann nach Erwerb entsprechender Plasmidabschnitte Extended-Spectrum-β-Lactamasen (ESBL) produzieren.

6 Therapie

Die antibiotische Therapie sollte möglichst auf der Grundlage einer Resistenzprüfung erfolgen. Ist diese nicht möglich, sind Fluorchinolone oder Carbapeneme, ggf. in Kombination mit einem Aminoglykosid (z.B. Gentamicin) die beste Therapieoption.

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