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Ocrelizumab

Handelsname: Ocrevus®

1 Definition

Ocrelizumab ist ein antiinflammatorisch wirkender monoklonaler Antikörper, der gezielt an das Oberflächenantigen CD20 der B-Zellen bindet. Er wird zur Behandlung der multiplen Sklerose (MS) eingesetzt.

2 Biochemie

Ocrelizumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper. Es handelt sich um ein Immunglobulin G1 mit einer konstanten humanen Region sowie variablen human-murinen Regionen, die gegen CD20 gerichtet sind. Das Molekulargewicht des Wirkstoffs beträgt 148,1 kDa.

3 Wirkmechanismus

Ocrelizumab bindet selektiv an das CD20-Antigen, das man auf der Zelloberfläche von B-Zellen findet. Diese Bindung führt zu einer Elimination der betroffenen B-Zell-Population durch eine zellvermittelte (ADCC) und komplementvermittelte zytotoxische Immunreaktion (ADCMC). Dadurch wirkt Ocrelizumab immunsuppressiv. Das CD20-Epitop, an das Ocrelizumab bindet, überlappt sich teilweise mit dem CD20-Epitop, an das Rituximab andockt.

4 Indikationen

  • Primär progrediente MS (PPMS)
  • Schubförmige MS (RMS)

5 Darreichungsform

  • Ampullen á 10 ml zur intravenösen Infusion mit einer Wirkstoffkonzentration von 30 mg/ml, entsprechend einer Gesamtdosis von 300 mg Ocrelizumab

6 Prämedikation

Um die Wahrscheinlichkeit infusionsbedingter Reaktionen zu reduzieren, sollte folgende Prämedikation vor der Gabe von Ocrelizumab vorgenommen werden:

Zusätzlich sollte die Gabe eines Antipyretikums (z.B. Paracetamol) vor der Infusion erwogen werden.

7 Dosierung

Die Initialdosis beträgt 600 mg Ocrelizumab, aufgeteilt auf 2 Infusionen a 300 mg im Abstand von 14 Tagen, danach erfolgt eine Gabe von 600 mg Ocrelizumab in einer Infusion alle 6 Monate. Die vom Hersteller angegeben Infusionszeiten sind einzuhalten. Keine Bolusinjektion!

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

8 Nebenwirkungen

Ein erhöhtes Risiko für das Auftreten maligner Tumoren kann nicht ausgeschlossen werden.

9 Kontraindikaton

Zu den Kontraindikationen zählen u.a.:

10 Nutzenbewertung

Auf der Basis der vorliegenden klinischen Daten wurde dem Wirkstoff vom IQWiG in der Gegenüberstellung zu einer zweckmäßigen Vergleichstherapie (z.B. Interferon-beta) ein beträchtlicher Zusatznutzen bei folgenden Patientengruppen attestiert:[1]

  • Erwachsene unter 40 Jahren mit RMS, die bislang noch keine krankheitsmodifizierende Therapie erhalten haben oder mit krankheitsmodifizierender Therapie vorbehandelte Patienten, deren Erkrankung nicht hochaktiv ist
  • Erwachsene mit hochaktiver RMS trotz Behandlung mit einer krankheitsmodifizierenden Therapie

11 Kosten

Die Jahrestherapiekosten für eine Behandlung mit Ocrelizumab liegen bei rund 31.000 €.[1]

12 Quellen

  1. 1,0 1,1 IQWiG-Berichte – Nr. 619: Ocrelizumab (multiple Sklerose) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V, abgerufen am 1.8.2018

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