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Nervus laryngeus recurrens

(Weitergeleitet von Nervus recurrens)

Synonyme: Nervus recurrens, Recurrensnerv, rückläufiger Kehlkopfnerv, Stimmnerv
Englisch: recurrent laryngeal nerve

1 Definition

Der Nervus laryngeus recurrens ist ein paariger Ast des Nervus vagus. Der kehlkopfnahe Abschnitt des Nervus laryngeus recurrens wird auch als Nervus laryngeus inferior bezeichnet.

2 Anatomie

Der rechte und linke Nervus laryngeus recurrens unterscheiden sich bezüglich ihres Verlaufs.

Der linke Nervus laryngeus recurrens (sinister) entspringt im oberen Mediastinum und schlingt sich um den Aortenbogen (Arcus aortae). Er zieht dann unter Astabgabe im Sulcus oesophageotrachealis zwischen Ösophagus und Trachea zum Kehlkopf (Larynx).

Der rechte Nervus laryngeus recurrens (dexter) verlässt den Nervus vagus bereits an der Apertura thoracis superior. Er schlingt sich um die Arteria subclavia (dextra) und zieht seitlich der Trachea im Sulcus oesophageotrachealis nach kranial.

Die Nerven beider Seiten überkreuzen auf dem Weg zum Kehlkopf die Arteria thyroidea inferior und treten schließlich von dorsal zwischen Ringknorpel und Schildknorpel in den Larynx ein. Sie durchbohren dabei den Musculus constrictor pharyngis medius.

3 Äste

Der Nervus laryngeus recurrens gibt folgende Äste ab:

  • Rami oesophageales zum Oesophagus
  • Rami tracheales zur Trachea

Sein Endast ist der Nervus laryngeus inferior. Er anastomosiert mit dem Nervus laryngeus superior in der Galen-Anastomose.

4 Varietät

In seltenen Fällen kann der rechte Nerv auch nach kranial verlaufen, ohne eine Schlinge um die rechte Arteria subclavia zu bilden.

5 Embryologie

Der schlingenartige Verlauf des Nervus laryngeus recurrens wird durch den "Abstieg" des Herzens in den Brustkorb während der Embryonalentwicklung verursacht. Er ist der Nerv des 6. Kiemenbogens.

6 Funktion

Der Nervus laryngeus recurrens innerviert motorisch fast alle Kehlkopfmuskeln (mit Ausnahme des Musculus cricothyroideus), d.h.:

Diese Muskeln öffnen und schließen die Glottis durch Abduktion bzw. Adduktion der Stimmlippen. Der Nerv hat damit eine essentielle Bedeutung für die Stimmbildung (Phonation) und die Atmung.

Die sensiblen Anteile des Nervus laryngeus recurrens versorgen die Schleimhaut des Kehlkopfs unterhalb der Stimmritze (subglottischer Raum).

Parasympathische Fasern aus dem Nervus vagus ziehen zu den Glandulae tracheales im oberen Luftröhrenabschnitt und regulieren deren Sekretproduktion.

7 Klinik

Ein ein- oder beidseitiger Ausfall des Nervus laryngeus recurrens führt zur sogenannten Recurrensparese. Sie kann als Komplikation einer Thyroidektomie oder anderer Operationen im Halsbereich auftreten. Eine einseitige Lähmung macht sich als Heiserkeit bemerkbar, während ein beidseitiger Ausfall zu einer schweren Dyspnoe führt.

Fachgebiete: Kopf und Hals

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