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Foramen jugulare

Synonym: Jochbeinvenenloch
Englisch: jugular foramen

1 Definition

Das Foramen jugulare ist eine Öffnung an der Schädelbasis, welche dem Durchtritt von Nerven und Gefäßen dient.

2 Lage

Das Foramen jugulare findet sich in der Fossa cranii posterior, der hinteren Schädelgrube. Es verbindet die Fossa cranii posterior mit der Basis cranii externa, genauer gesagt mit der Fossa jugularis und kann in zwei Abschnitte, den vorderen kleinen Abschnitt und den hinteren, größeren Abschnitt, unterteilt werden.

2.1 Durchtretende Strukturen (Übersicht)

Abschnitt Struktur
Vorderer Abschnitt -> Nervus glossopharyngeus (Nervus IX)
  -> Sinus petrosus inferior
Hinterer Abschnitt -> Nervus vagus (Nervus X)
  -> Nervus accessorius (Nervus XI)
  -> Arteria meningea posterior
  -> Vena jugularis interna

2.2 Vorderer, kleiner Abschnitt

Im vorderen Abschnitt treten lediglich zwei Strukturen durch das Foramen jugulare.

Als erstes ist der Nervus glossopharyngeus, der neunte Hirnnerv zu nennen, der am Kleinhirnbrückenwinkel aus der Medulla oblongata austritt und kranial des Nervus vagus und des Nervus accessorius durch den Sulcus retroolivaris, bedeckt vom Flocculus des Kleinhirns zum Foramen jugulare zieht.

Beim Durchtritt durch das Foramen jugulare bildet er im Foramen das sensible Ganglion superius und direkt nach seinem Austritt das sensible Ganglion inferius. Darüber hinaus gibt er im Felsenbein den Nervus tympanicus ab, aus dem sich später der Nervus petrosus inferior ableitet. Dieser speziell viszeroefferente sowie parasympathische Nerv zieht dann extrakraniell zwischen der Arteria carotis interna und der Vena jugularis interna hinter den Musculus stylopharyngeus nach kaudal zu seinen Versorgungsgebieten, zu denen unter anderem die Glandula parotis, Teile des Pharynx und der Zunge sowie Glomus caroticum und Sinus caroticus gehören.

Darüber hinaus zieht noch der Sinus petrosus inferior, welcher auch als unterer Felsenbeinblutleiter bezeichnet wird, durch diesen vorderen Abschnitt. Er verbindet den Sinus cavernosus, Pars basilaris mit der Vena jugularis interna.

2.3 Hinterer, großer Abschnitt

Im hinteren Abschnitt des Foramen jugulare durchtreten vier Strukturen die Schädelbasis, der Nervus vagus, der Nervus accessorius, die Vena jugularis interna und die Arteria meningea posterior.

2.3.1 Nerven

Der Nervus vagus ist der zehnte Hirnnerv und tritt kranial des Sulcus posterolateralis in den Sulcus retroolivaris aus der Medulla oblongata aus und zieht zusammen mit dem Nervus accessorius in den hinteren Abschnitt des Foramen jugulare ein, der auch als Pars nervosa bezeichnet wird. Auf Höhe des Ganglion superius ziehen sensible Fasern des Ramus meningeus und Ramus auricularis zu dort gelegenen Perikarya. Auf Höhe des Ganglion inferius kommt es zu weiteren Verästelungen des Nervus vagus.

Der Nervus accessorius als elfter Hirnnerv tritt im Sulcus posterolateralis kaudal des Nervus vagus und Nervus glossopharyngeus aus der Medulla oblongata (Radix cerebri). Mit dem durch das Foramen magnum eingetretendem Radix spinalis erfolgt intrakraniell eine Vereinigung zum Truncus nervi accessorii, der durch das Foramen jugulare tritt, um sich folgend in einen Ramus internus und einen Ramus externus zu trennen. Versorgungsgebiete dieses Nervens sind der Musculus sternocleidomastoideus und der Musculus trapezius.

2.3.2 Gefäße

Durch das Foramen jugulare erreicht auch die Arteria meningea posterior, ein Ast der Arteria pharyngea ascendens, die Schädelhöhle und versorgt gemeinsam mit weiteren Arterien intrakraniell die Dura mater.

Die Vena jugularis interna, auch innere Halsvene/Jochbeinvene genannt, führt venöses Blut aus dem Gehirn und leitet dieses auf der linken Seite in die Vena brachiocephalica sowie auf der rechten Seite in die Vena cava superior ab.

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