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Foramen jugulare

Synonym: Jochbeinvenenloch
Englisch: jugular foramen

1 Definition

Das Foramen jugulare ist eine Öffnung an der Schädelbasis zwischen der Pars petrosa des Os temporale und der Pars lateralis des Os occipitale. Durch das Foramen jugulare treten verschiedene Hirnnerven und Blutgefäße.

2 Durchtretende Strukturen

Abschnitt Struktur
Vorderer Abschnitt -> Sinus petrosus inferior
Mittlerer Abschnitt -> Nervus glossopharyngeus (Nervus IX)
  -> Nervus vagus (Nervus X)
  -> Nervus accessorius (Nervus XI)
  -> Arteria meningea posterior
Hinterer Abschnitt -> Sinus sigmoideus

3 Einteilung

Das Foramen jugulare findet sich in der Fossa cranii posterior, der hinteren Schädelgrube. Es verbindet die Fossa cranii posterior mit der Basis cranii externa, genauer gesagt mit der Fossa jugularis und kann anatomisch in drei Abschnitte unterteilt werden.

3.1 Vorderer Abschnitt

Im vorderen Abschnitt (Pars anterior) tritt lediglich der Sinus petrosus inferior nach extrakraniell aus. Er wird auch als unterer Felsenbeinblutleiter bezeichnet und verbindet die Pars basilaris des Sinus cavernosus mit der Vena jugularis interna.

3.2 Mittlerer Abschnitt

Durch den mittleren Abschnitt, die Pars intermedia, ziehen verschiedene Hirnnerven. Aufgrund dessen wird dieser Abschnitt auch als Pars nervosa oder neurales Kompartiment bezeichnet. Manche Anatomen nennen ihn wegen seiner Lage zwischen den venösen Blutleitern "intrajugulares Kompartiment".

3.2.1 Nervus glossopharyngeus

Der Nervus glossopharyngeus (IX) tritt am Kleinhirnbrückenwinkel aus der Medulla oblongata aus und zieht kranial des Nervus vagus und des Nervus accessorius durch den Sulcus retroolivaris. Er ist durch ein kleines Duraseptum vom Nervus vagus und vom Nervus accessorius getrennt. Im Sulcus erreicht er - bedeckt vom Flocculus des Kleinhirns - das Foramen jugulare. Beim Durchtritt durch das Foramen jugulare bildet er im Foramen das sensible Ganglion superius und direkt nach seinem Austritt das sensible Ganglion inferius.

Darüber hinaus gibt er im Felsenbein den Nervus tympanicus ab, aus dem sich später der Nervus petrosus minor ableitet. Dieser speziell viszeroefferente sowie parasympathische Nerv zieht dann extrakraniell zwischen der Arteria carotis interna und der Vena jugularis interna hinter den Musculus stylopharyngeus nach kaudal zu seinen Versorgungsgebieten. Zu ihnen gehören unter anderem die Glandula parotis, Teile des Pharynx und der Zunge sowie das Glomus caroticum und der Sinus caroticus.

3.2.2 Nervus vagus

Der Nervus vagus (X) tritt kranial des Sulcus posterolateralis aus der Medulla oblongata in den Sulcus retroolivaris aus. Er tritt zusammen mit dem Nervus accessorius in das Foramen jugulare ein und bildet ebenfalls zwei Ganglien aus. Das Ganglion superius empfängt somatosensible Fasern des Ramus meningeus und Ramus auricularis. Das Ganglion inferius unterhalb des Foramen nimmt viszerosensible Fasern auf.

3.2.3 Nervus accessorius

Die Radix cranialis des Nervus accessorius (XI) tritt im Sulcus posterolateralis kaudal des Nervus vagus und Nervus glossopharyngeus aus der Medulla oblongata. Mit der durch das Foramen magnum eingetretenden Radix spinalis vereinigt sie sich zum Truncus nervi accessorii, der durch das Foramen jugulare zieht, um sich nachfolgend in einen Ramus internus und einen Ramus externus zu trennen. Versorgungsgebiete dieses Nervens sind der Musculus sternocleidomastoideus und der Musculus trapezius.

3.2.4 Arteria meningea posterior

Durch das Foramen jugulare erreicht die Arteria meningea posterior, ein Ast der Arteria pharyngea ascendens, die Schädelhöhle und versorgt gemeinsam mit weiteren Arterien intrakraniell die Dura mater.

3.3 Hinterer Abschnitt

Den hinteren Abschnitt des Foramen jugulare, die Pars posterior, nimmt der Sinus sigmoideus ein. Nach dem Austritt aus dem Foramen jugulare wird er zur gleichnamigen Vena jugularis interna, auch innere Halsvene/Jochbeinvene genannt. Sie führt venöses Blut aus dem Gehirn und leitet dieses auf der linken Seite in die Vena brachiocephalica sowie auf der rechten Seite in die Vena cava superior ab.

In die Gegenrichtung können kleinere meningeale Äste der Arteria occipitalis und der Arteria pharyngea ascendens durch die Pars posterior ziehen.

4 Klinische Anatomie

Auf der Basis der Bildgebung unterteilt man das Foramen jugulare nur in zwei Abschnitte, eine kleinere, anteriore Pars nervosa und einen größere posterolaterale Pars vascularis. Als Orientierungsmarke dient dabei ein kleiner Knochenfortsatz, der in das Foramen hineinragt.

Abschnitt Struktur
Vorderer Abschnitt -> Nervus glossopharyngeus (Nervus IX)
  -> Sinus petrosus inferior
Hinterer Abschnitt -> Nervus vagus (Nervus X)
  -> Nervus accessorius (Nervus XI)
  -> Arteria meningea posterior
  -> Vena jugularis interna

5 Klinik

Eine Obstruktion des Foramen jugulare führt zum Vernet-Syndrom.

Diese Seite wurde zuletzt am 7. Februar 2021 um 17:13 Uhr bearbeitet.

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