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Epikritische Sensibilität

Synonym: epikritische Wahrnehmung

1 Definition

Als epikritische Sensibilität werden die Körperempfindungen zusammengefasst, die der diskriminatorischen Wahrnehmung von Druck, Berührung und Vibration ("Feinwahrnehmung") und der Wahrnehmung das Stellungssinns (Propriozeption) dienen. Nach der Art ihrer Aufgaben bezeichnet man die dafür vorgesehenen Rezeptoren als Exterozeptoren, die Informationen über Lokalisation und Feinabstimmung von Berührungen liefern, bzw. als Propriozeptoren, zu denen Muskelspindeln und Golgi-Sehnenorgane gehören und welche Informationen über die Stellung der Muskeln vermitteln.

2 Hintergrund

Die Weiterleitung der epikritischen Sensibilität erfolgt für die exterozeptiven Informationen ausschließlich über die Hinterstrangbahnen, während die propriozeptiven Rezeptoren über den Tractus spinocerebellaris anterior und posterior ihre Informationen zusätzlich dem Kleinhirn übermitteln.

Die Hinterstrangbahnen verlaufen zunächst ungekreuzt, d.h. ipsilateral als Fasciculus gracilis für die untere Extremität und Fasciculus cuneatus für die obere Extremität.

Das erste Neuron wird dann im Hirnstamm im Nucleus gracilis bzw. Nucleus cuneatus auf das zweite Neuron umgeschaltet. Die Bahnen laufen anschließend als Lemniscus medialis weiter, kreuzen in der Decusatio lemniscorum und werden im Thalamus auf das dritte Neuron umgeschaltet, das zum Gyrus postcentralis läuft.

Die Informationen laufen über Nervenfasern der Gruppe II/Aß, das sind myelinisierte Fasern mit einem Durchmesser von 5-10 µm und einer Leitungsgeschwindigkeit von 30 bis 70 m/s.

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