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Abetalipoproteinämie

Synonym: Bassen-Kornzweig-Syndrom
Englisch: abetalipoproteinaemia

1 Definition

Die Abetalipoproteinämie ist eine seltene, erblich bedingte Fettstoffwechselstörung, die mit einer erniedrigten Konzentration an Lipoproteinen im Blutserum einhergeht.

2 Pathogenese

Der Erbgang verläuft autosomal-rezessiv. Ursächlich für die Abetalipoproteinämie ist die Loss-of-Function-Mutation eines Gens auf Chromosom 4 an Genlokus 4q22-q24. Dieses Gen codiert im Normalfall die Untereinheit MTTP des mikrosomalen Triglycerid-Transferproteins (MTP). Das Protein MTP transferiert physiologischerweise Lipide zu den naszenten Chylomikronen und den VLDL im Darm und in der Leber.

Das Apolipoprotein B (ApoB) wird in Folge dieser Mutation schneller katabolisiert und fehlt völlig. Die meisten Symptome entstehen durch reduzierte Aufnahme fettlöslicher Vitamine: Beispielsweise werden Vitamin E und Vitamin A über Chylomikronen von Enterozyten zur Leber transportiert. Der Transport von Vitamin E aus der Leber in die Blutbahn ist VLDL-abhängig. Neben Symptomen eines moderaten Vitamin-A- und Vitamin-K-Mangels, führt der Vitamin-E-Mangel zu einer Schädigung der peripheren Nerven sowie der Nervenbahnen im Rückenmark und im Kleinhirn.

3 Symptome

Erstsymptom sind meist fetthaltige Durchfälle im Kleinkindalter (Steatorrhoe). Weitere Symptome sind:

4 Diagnostik

Im Blutplasma fällt ein verringerter Spiegel an Serumcholesterin, Triglyceriden und Phospholipiden auf. Zudem fehlen Chylomikronen und beta-Lipoproteine (VLDL, LDL) völlig. Die Abetalipoproteinämie kann mit Hilfe einer Lipoproteinelektrophorese diagnostiziert werden.

Im Blutausstrich sind Akanthozyten erkennbar. Diese entstehen durch die verstärkte Aufnahme von Cholesterin in die Zellmembran der Erythrozyten.

5 Differenzialdiagnose

Die spinozerebelläre Degeneration in Kombination mit einer Retinitis pigmentosa muss von einer Friedreich-Ataxie abgegrenzt werden.

6 Therapie

Das Fortschreiten der Erkrankung und neurologische Symptome können zum Teil durch eine frühzeitige fettarme, hochkalorische, vitaminreiche Ernährung mit Supplementation von Vitamin E verhindert werden.

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