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Akanthozyt

Synonym: Stachelzelle
Englisch: acanthocyte, spur cell

1 Definition

Akanthozyten sind eine pathologische Formvariante von Erythrozyten, bei der man spitze irreguläre Ausziehungen des Zellkörpers sieht.

2 Morphologie

Bei Akanthozyten, die im Blut auftreten, ist durch eine verstärkte Aufnahme von Cholesterin die Zellmembran im Verhältnis zum Zellvolumen zu groß. Dadurch bildet die überschüssige Membran spornartige Vorsprünge unterschiedlicher Länge aus, die - im Gegensatz zum Echinozyten - unregelmäßig über die Zelloberfläche verteilt sind.

3 Pathophysiologie

Eine verstärkte Cholesterinaufnahme in die Erythrozytenmembran bewirkt eine Vergrößerung der Zelloberfläche ohne Vermehrung des Erythrozytenvolumens. Die Aufnahme des Cholesterin korreliert mit seiner Plasmakonzentration. Eine geringe Steigerung des Cholesterinanteils führt zur Ellipsenbildung, anschließend zur Targetform (Schießscheibenzelle). Eine weitere Steigerung bewirkt dann die Ausbildung stachelförmiger Ausziehungen.

4 Diagnostik

Akanthoyzten können in einem einfachen Blutausstrich dargestellt werden. Um sie besser identifizieren zu können, wird die Blutprobe vor der Untersuchung 1:1 mit isotonischer Kochsalzlösung versetzt.

Der Nachweis von Akanthozyten im Urin erfolgt durch Phasenkontrastmikroskopie des Urinsediments.

5 Differenzialdiagnosen

  • Fragmentozyten: Oberflächenausziehungen sind nicht stachelförmig, spitz und lang, sondern erscheinen als flächige Abrisse, während der konvexe, unversehrte Anteil glatt begrenzt ist
  • Echinozyt: Viele kurze, gleichmäßig große, regelhaft verteilte Ausziehungen

6 Vorkommen

6.1 Akanthozyten im Blut

Akanthozyten im Blut liegt meist ein gestörter Phospholipidmetabolismus zugrunde. Man sieht sie unter anderem bei

Weitere Ursachen für das Auftreten von Akanthozyten können das Myelodysplastische Syndrom, eine Hypothyreose sowie der Zustand nach Splenektomie sein.

6.2 Akanthozyten im Urin

Akanthozyten im Urin im Rahmen einer Mikrohämaturie weisen auf eine Schädigung der Nierenkörperchen (Glomeruli) hin, z.B. im Rahmen einer Glomerulonephritis. Sie können im Urinsediment nachgewiesen werden.

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