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Lipoproteinelektrophorese

Synonym: Lipidelektrophorese
Englisch: lipoprotein electrophoresis

1 Definition

Die Lipoproteinelektrophorese ist eine labormedizinische Methode zur Auftrennung von Lipoproteinen und wird zur Differentialdiagnostik von Fettstoffwechselstörungen eingesetzt.

2 Technik

Als Trägermedium für die Lipoproteinelektrophorese wird ein Agarosegel oder eine Celluloseacetatfolie verwendet. Die Auftrennung der Lipoproteine im elektrischen Feld erfolgt aufgrund ihrer unterschiedlichen relativen Molekülmassen und Aminosäuresequenzen. Chylomikronen verbleiben während der Elektrophorese im Startbereich, LDL (low density lipoproteins) gelangen in die β-Bande, VLDL (very low density lipoproteins) in die Prä-β-Bande und HDL (high density lipoproteins) gelangen in die α1-Bande. Nach der Auftrennung können die Lipoproteine mit Hilfe 2-wertiger Kationen (Dextransulfat oder Kaliumchlorid) ausgefällt werden und sind als Trübung im Agarosegel sichtbar.

Wird eine Celluloseacetatfolie verwendet, lassen sich die Lipoproteinbanden mit Lipidfarbstoffen anfärben (Sudanschwarz oder Ölrot). Die Beurteilung der Banden erfolgt semiquantitativ, d.h. die Banden werden visuell auf grobe Abweichungen von der Norm untersucht.

Industriell gefertigte Gele können mit Hilfe eines Densitometers und Errechnung der Massenkonzentrationen der Lipoproteine auch quantitativ ausgewertet werden.

3 Das Verfahren

3.1 Untersuchungsmaterial

Bei der Lipoproteinelektrophorese wird nur das Nüchternserum verwendet, kein Blutplasma.

3.2 Vorbereitung des Patienten

Es besteht eine 16-stündige strenge Nahrungs- und Alkoholkarenz des Patienten. Zudem muss sich dieser an eine zweitägige strenge Diät halten. Die Blutentnahme erfolgt morgens am nüchternen Patienten.

4 Normwerte

Fraktion Anteil
Chylomikronen 0%
Alpha-Lipoprotein 40,7-71,9%
Präbeta-Lipoprotein 0-29,6%
Beta-Lipoprotein 9,8-46,2%

5 Indikation

Die Lipoproteinelektrophorese ist diagnostisch wenig aussagekräftig. Sie eignet sich jedoch zur Diagnostik seltener Fettstoffwechselstörungen wie Hyperlipoproteinämien des Typs I und III nach Fredrickson, sowie Hypolipoproteinämien wie die Abetalipoproteinämie (Bassen-Kornzweig-Syndrom) oder die Analphalipoproteinämie (Tangier-Krankheit). Eine Lipoproteinelektrophorese zur Diagnostik sekundärer Hyperlipoproteinämien ist in der Regel nicht sinnvoll.

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