Synonyme: Myokardinfarkt, Herzmuskelinfarkt
Englisch: myocardial infarction


Herzinfarkt bezeichnet den regionalen Untergang von Myokard aufgrund einer lokalen Durchblutungsstörung. Ursächlich dabei ist die Verlegung des Lumens eines Astes der Koronargefäße.
Meist liegt dem Herzinfarkt eine chronische Entzündung in der Wand der Koronararterien zugrunde, die nur von einer dünnen Fibrinschicht bedeckt wird. Kommt es jetzt zu akuter Belastung durch z.B. Bluthochdruck, so reisst dieser Fibrinbelag auf. Durch Zytokine alarmierte Thrombozyten versuchen zügig diesen Riss zu verschliessen und es kommt zu einem Verschluss einer oder mehrerer Koronararterien durch ein Gerinnsel (thrombembolischer Gefäßverschluß).
Klassische Risikofaktoren für die Entstehung des Herzinfarkts und der Arteriosklerose sind insbesondere Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes sowie falsche Ernährung, erhöhter Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, chronische Entzündungsherde (z.B. Parodontitis) und Stress. Als Mitverursacher vieler Herz-Kreislauf-Erkrankungen treten zunehmend auch erbliche Faktoren in den Fokus.
Der Herzinfarkt ist eine der häufigsten Todesursachen in den reichen Ländern: In Deutschland erleiden rund 280.000 Menschen jährlich einen Herzinfarkt, 90.000 von ihnen überleben ihn nicht.
Etwa 20% der Infarkte sind asymptomatisch (stummer Infarkt). Das Ausmaß und die Qualität der Symptomatik ist interindividuell sehr variabel.
Klassisches Leitsymptom ist die Angina pectoris mit akut auftretendem retrosternalen Schmerz, unter Umständen ausstrahlend in den linken Arm, Hals, Unterkiefer, Rücken oder Oberbauch. Der Schmerz kann als sehr bedrohlich empfunden werden (Vernichtungsschmerz) und mit Todesangst einhergehen. Er ist nicht atem- oder lageabhängig.
Betroffene empfinden Dyspnoe, sind häufig kaltschweissig und blass. Die Akren können als Ausdruck eines Blutdruckabfalls bei versagender Pumpleistung zyanotisch sein. Häufig bestehen Arrhythmien, meistens tachykard, bei Hinterwandinfarkten häufiger bradykard. Weiterhin bestehen häufig Schwindel (auch Bewusstlosigkeit) und Übelkeit (u.U. mit Erbrechen).
Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt sollte sofort ein Ruhe-EKG abgeleitet werden, bei Verdacht auf Hinterwandinfarkt können die Ableitungen nach Nehb hilfreiche Zusatzinformation geben. Als EKG-Infarktzeichen gelten unter anderem ST-Hebungen, ein R-Verlust und das sogenannte Erstickungs-T.
Beim Herzinfarkt gelangen vermehrt Enzyme aus den geschädigten Herzmuskelzellen in das Blut und sind dort in erhöhter Konzentration nachweisbar
Dabei muss zwischen herzmuskelspezifischen Enzymen (Troponin T, CK-MB) und herzmuskelunspezifischen Enzymen (Myoglobin, Gesamt-CK, AST, ALT, LDH unterschieden werden. Am frühesten (2-3 h) sind Myoglobin und Troponin T nachweisbar, erhöhte Werte für CK-MB, AST und ALT sind 4-8 Stunden nach Infarkt nachweisbar, ein LDH-Anstieg nach 24-60 Stunden.
Siehe auch: Labordiagnostik beim Herzinfarkt
Gemäss den Leitlinien der AHA und der ERC muss man beim Herzinfarkt immer das MONA-Schema, d.h. Morphium, Sauerstoffgabe, Nitrate und Azetylsalizylsäure (ASS) anwenden. Die Heparingabe ist umstritten und wird nicht von allen Autoren empfohlen. Morphium ist auch zur Nachlastsenkung und nicht alleine zur Schmerzbekämpfung erforderlich. Nitrat senkt die Vorlast und Azetylsalizylsäure wird verwendet um die Aggregation der immer weiter angeschwemmten Thrombozyten zu verhindern.
Ein akuter Herzinfarkt erfordert die umgehende stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus und eine intensivmedizinische Betreuung. Die Akuttherapie umfasst unter anderem
Als revaskularisierende Therapie bezeichnet man Maßnahmen, die darauf ausgerichtet sind, die Perfusion des Herzmuskels wieder zu verbessern. Dazu zählen:
Die Reinfarktprophylaxe dient der Verhinderung eines erneuten Herzinfarkts.
Modifiziert nach Wikipedia
| Videos zum Thema | |||
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Tatort Herz Kardiale Resynchronisationstherapie
Autor(en): Hans-Joachim Trappe |
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