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EKG-Infarktzeichen

Inhaltsverzeichnis

1 Definition

Die EKG-Infarktzeichen sind im EKG zu erhebende Anzeichen für das Vorliegen eines Myokardinfarkts. Als diagnostisches Instrument muss das EKG bei Verdacht auf Myokardinfarkt immer zusammen mit den Herzenzymen und der Klinik des Patienten beurteilt werden.

2 Aussagekraft

Bei Infarktverdacht sollte das EKG innerhalb der ersten 24 Stunden zweimalig bestimmt und ausgewertet werden. Ist das EKG zweimalig frei von Infarkzeichen und bleibt die Enzymdiagnostik negativ, ist ein Herzinfarkt ausgeschlossen.

3 Direkte Infarktzeichen im EKG

Infarktzeichen im EKG treten nur bei einem sogenannten STEMI (ST-Elevation-Myocardial Infarction) auf. Sie erlauben eine Aussage zum Alter des Infarkts und zu dessen Lokalisation (s.u.).

3.1 Frischer Infarkt

Ein frischer Infarkt kann sich in zwei Zeichen äußern:

  • Überhöhtes T: Als frühestes Zeichen kann eine überhöhte T-Welle auftreten. Dieses Zeichen wird im internistischen Sprachgebrauch auch als "Erstickungs-T" bezeichnet.
  • ST-Hebung: Die ST-Hebung als klassisches Frühzeichen eines Infarkts stellt sich als unmittelbar von der R-Zacke abgehende ST-Strecke dar. Sie verschmilzt dabei häufig mit der anschließenden T-Welle.

3.2 Zwischenstadium

Im sogenannten Zwischenstadium eines Herzinfarkts können folgende Veränderungen auftreten:

  • R-Verlust: Die R-Zacke wird kleiner, gelegentlich kommt es zur Ausbildung eines QS, wobei die R-Zacke im Grunde vollständig fehlt.
  • pathologisches Q: Das pathologische Q ist definiert als Q-Zacke, welche 1/4 der R-Zacke misst und breiter als 0,04 s ist (2 kleine Kästchen bei 50 mm/s).
  • terminal negatives T: Die terminal negative T-Welle ist eine negative T-Welle, bei der die Winkelhalbierende der T-Welle nach rechts weist.

3.3 Folgestadium

Im Folgestadium eines Herzinfarkts kann sich das terminal negative T normalisieren oder persistent bleiben. Ein R-Verlust bildet sich meistens nicht vollständig zurück. Das pathologische Q bleibt fast immer bestehen.

3.4 NSTEMI-Infarktzeichen

Bei einem NSTEMI treten keine ST-Hebungen und kein pathologisches Q auf. Es kann zu einer dezenten Reduktion des R und ST-Senkungen kommen. In der Diagnostik sind die Klinik und die Enzymdiagnostik führend.

4 Infarktlokalisation

Die Infarktlokalisation und damit ein Rückschluss auf die betroffene Koronararterie ist durch die Zuordnung der Infarktzeichen zu den einzelnen EKG-Ableitungen möglich. Die Lokalisationsbestimmung ist nicht vollständig zuverlässig, kann aber bereits erste Hinweise bieten.

Meistens ist die Muskulatur des linken Ventrikels von einem Herzinfarkt betroffen. Als Faustregeln zur Infarktlokalisation im EKG gelten:

  • Infarktzeichen in V1-V6, aVL und I - Vorderwandinfarkt
  • Infarktzeichen in V1-V4, aVL und I - kleiner Vorderwandinfarkt, anteroseptaler Infarkt
  • Infarktzeichen in I, aVL und V5-V7 - Lateralwand
  • Infarktzeichen in III, V7-V9, aVF - Hinterwandinfarkt posterior
  • Infarktzeichen in III, II, V1, V3r-V6r - Infarkt des rechten Ventrikels

Hinweis: Unter V3r etc. wird eine thorakale Ableitung des EKG zur rechten Seite hin verstanden.

Koronararterie Infarktlokalisation Direkte Infarktzeichen Indirekte Zeichen
RIVA proximal Großer Vorderwandinfarkt V1-V6, aVL, I (II), III, aVF
RIVA nach Abgang der Diagonaläste Anteroseptaler Infarkt V1-V4, aVL, I (II), III, aVF
Diagonalast Lateralinfarkt aVL, I, V5-V7  
Posterolateralast Posterolateralinfarkt II, III, aVF,

V5-6

I, aVL, V1-3
RCX Striktposteriorer Hinterwandinfarkt V7-V9, aVF, III V1-2
RCA Inferiorer Hinterwandinfarkt

Rechtsventrikulärer Infarkt

II, III, aVF,

V3r-V6r, V1

V1-3

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Matthias Franki schreibt seit dem 12.02.2013 im Flexikon, hat bereits 3 neue Artikel publiziert und 155 Artikeldetails verbessert.

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