Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Thyrotropin Releasing Hormone

(Weitergeleitet von Thyreoliberin)

Synonyme: Thyreoliberin, TRH
Englisch: Thyrotropin releasing hormone

1 Definition

Thyrotropin releasing hormone (TRH) ist eine Signalsubstanz, die in verschiedenen Organsystemen gebildet wird und dort eine entscheidende Rolle in der jeweiligen Systeomik spielt.

2 Zusammensetzung

Das Tripeptid TRH (pyroGlu-His-ProNH2) hat ein Molekulargewicht von 362. Seine Struktur wurde erstmals 1962 beschrieben.

3 Physiologie

3.1 Hypothalamo-hypophysäres System

TRH wird als Releasing-Hormon von Neuronen im Hypothalamus gebildet. Über das hypothalamisch-hypophysäre Portalsystem wird es zur Hypophyse befördert und stimuliert dort nach Bindung an TRHR1-Rezeptoren im Rahmen des thyreotropen Regelkreises die Ausschüttung von TSH.

Vermittelt über G-Proteine gibt es auf diese Weise den Sollwert des Regelkreises vor. Andererseits wird, wie neuere Untersuchungen zeigen, die Bildung von TRH im Sinne einer weiteren Gegenkoppelung durch Schilddrüsenhormone gehemmt.

Hormone und Transmitter, welche die TRH-Ausschüttung beeinflussen, sind:

3.2 Zentralnervensystem

TRH kommt in verschiedenen Arealen des Zentralnervensystems vor. Mehr als 2/3 dieser zentralen Fraktion werden außerhalb der Zone, die den thyreotropen Regelkreis ansteuert, gefunden. TRH funktioniert hier als Neurotransmitter oder -modulator, wobei es an TRHR1- und TRHR2-Rezeptoren bindet. Es spielt eine Rolle bei der Temperaturregulation, im limbischen System, bei Lernprozessen, im Schlaf, bei der Schmerzverarbeitung und bei der sensorischen Wahrnehmung.

3.3 Gastrointestinaltrakt

Im Gastrointestinaltrakt hat TRH multiple Wirkungen, insbesondere auf die Motilität des Magens und des Darms und auf die Sekretion von Insulin und Pankreasenzymen.

3.4 Kontextuelle Trennung

TRH kommt im peripheren Blutplasma nur in verschwindend geringer Konzentration vor, da seine unterschiedlichen Wirkorte durch die Blut-Hirn-Schranke bzw. das Konzentrationsgefälle am Ende des Pfortadersystems zwischen Hypothalamus und Hypophyse bzw. im Gastrointestinaltrakt kontextuell getrennt werden. Auf diese Weise sind Wechselwirkungen seiner verschiedenen Funktionen unterbunden.

4 Klinische Bedeutung

Da TRH im Blutplasma nur in sehr geringer Konzentration gefunden wird und diese Konzentration in keiner Beziehung zum jeweiligen Funktionszustand des Organismus steht, wird eine Blutspiegelbestimmung nicht durchgeführt. Diagnostischen Nutzen entfaltet dagegen ein TRH-Test, der bei unklaren Funktionsstörungen des thyreotropen Regelkreises und im Rahmen eines Hypophysenkombinationstests angewendet werden kann.

Fachgebiete: Biochemie

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

8 Wertungen (4.13 ø)

56.799 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
Sprache:
DocCheck folgen: