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Quecksilberintoxikation

Synonym: Quecksilbervergiftung, Mercurialismus, Merkurialismus
Englisch: mercury intoxication, mercury poisoning, quicksilver poisoning

1 Definition

Unter der Quecksilberintoxikation versteht man eine Vergiftung mit Quecksilber.

2 Vorkommen

Quecksilber hat einen hohen Dampfdruck. Aus diesem Grund besteht die Möglichkeit der Ausbildung eines Gleichgewichts des metallischen Quecksilbers mit der Atmosphäre in Räumen, in denen der Luftaustausch nicht sehr ausgeprägt ist. Ein erhöhtes Risiko für eine Quecksilberintoxikation besteht für Menschen, die in Räumen arbeiten, in den metallisches Quecksilber nicht verschlossen ist. Dies kann z.B. in physikalischen Laboratorien, in chemischen Laboratorien oder auch bei der Thermometerherstellung der Fall sein.

In Saatbeizmitteln und Fungiziden findet man dagegen eher organische Quecksilberverbindungen.

3 Intoxikation

3.1 Akute Form

Die akute Quecksilberintoxikation wurde früher in der Regel durch ein Sublimat hervorgerufen, das als Desinfektionsmittel genutzt wurde. Durch seine stark ätzende Wirkung verursacht das Sublimat zunächst ein ausgeprägtes Erbrechen. Die Resorption des Quecksilbers führt über eine Nekrose der Nierentubuli zunächst zu einer Polyurie und schließlich zu einer Oligurie oder Anurie.

3.2 Subakute Form

Die subakute Quecksilberintoxikation führt zu einer verstärkten Speichelbildung sowie zu einer Stomatitis mercurialis, welche sich in Entzündungen und Ulzerationen der Schleimhäute äußert. Dabei ist vor allem das Zahnfleisch betroffen. Im Laufe der Zeit bildet sich durch die Einlagerung von Mercurisulfid ein dunkler Saum. Möglich sind ebenfalls Schädigungen des Darmes und der Nieren.

3.3 Chronische Form

Bei der chronischen Form wird häufig ebenfalls eine Stomatitis mercurialis mit Entzündungen und Ulzerationen der Mundschleimhäute beobachtet. Im Vordergrund stehen jedoch in der Regel neurologische Symptomen, vor allem dann, wenn das Quecksilber als Quecksilberdampf aufgenommen wurde.

Der Quecksilberdampf wird über die Lunge aufgenommen und gelangt über das Blut und die Blut-Hirn-Schranke in das Gehirn. Hier erfolgt die Oxidation zum Quecksilber-Ion und die Bindung an das Hirngewebe.

Die chronische Quecksilberintoxikation führt zu Reizbarkeit, dem sog. Erethismus mercurialis, zu Konzentrationsstörungen, zu Schlaflosigkeit und auch zu einem Intentionstremor, dem Tremor mercurialis. Im weiteren Verlauf entwickelt sich häufig eine Kachexie.

Die orale Aufnahme von gut lipidlöslichen alkylierten Quecksilberverbindungen führt neben den genannten Symptomen häufig auch zu Sehstörungen, zu Hörstörungen und zur Ataxie. In Japan wurde sie als Minamata-Krankheit bekannt.

4 Therapie

Bei der akuten Quecksilberintoxikation wird versucht, durch eine Magenspülung so viel Quecksilber wie möglich zu eliminieren. Zusätzlich wird in der Regel Aktivkohle verabreicht.

DMPS, eventuell in Kombination mit D-Penicillamin, wird dazu genutzt, resorbiertes Quecksilber aus dem Körper zu eliminieren.

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