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Dimercaptopropansulfonsäure

(Weitergeleitet von DMPS)

Synonym: DMPS
Handelsname: Dimaval®, DMPS-Heyl®

1 Definition

Dimercaptopropansulfonsäure, kurz DMPS, ist eine Thiol-Verbindung und wirkt als Chelatbildner. DMPS wird als Antidot bei akuten und chronischen Metallvergiftungen (z.B. mit Arsen oder Quecksilber) eingesetzt.

2 Wirkmechanismus

Über die Sulfhydrylgruppe (-SH) des DMPS bildet sich mit den Metallen ein stabiler Chelatkomplex, der mit dem Harn schnell ausgeschieden werden kann. Bei der Komplexbildung können mehrere Bindungsstellen an einem Metallatom binden. Allgemein besitzen Chelatbildner keine absolute Spezifität, wodurch auch körpereigene Metalle bei hoher Dosierung vermehrt ausgeschieden werden könnten (z.B. Zink).

3 Pharmakokinetik

Der Wirkstoff besitzt gegenüber älteren Wirkstoffen den Vorteil einer höheren oralen Bioverfügbarkeit von 45%. Die Halbwertszeit beträgt ca. 10 Stunden. DMPS selbst wird zu 90% renal eliminiert.

4 Indikationen

Metallvergiftungen mit Quecksilber (anorganisches und organisches), Blei, Arsen, Chrom, Kupfer, Kobalt, Antimon oder Bismut.

5 Anwendung

Der Wirkstoff lässt sich parenteral verabreichen oder oral (nüchtern). Die intravenöse Gabe sollte langsam erfolgen. Eine Mischung der Injektionslösung mit anderen Wirkstoffen darf nicht erfolgen, da DMPS inaktiviert werden könnte. Die Dauer der Therapie ist abhängig von der Metallkonzentration (gemessen im Blutplasma).

6 Nebenwirkungen

Zu den häufigsten möglichen Nebenwirkungen gehören eine allergische Hautreaktion mit Juckreiz und Hautausschlag. Desweiteren kann es zu Fieber und Schüttelfrost kommen. In Einzelfällen wurden Erhöhungen der Transaminasen festgestellt. Folgen einer zu schnellen intravenösen Applikation können Blutdruckabfall, Schwindel und Übelkeit sein.

7 Quellen

  • Aktories et. al.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. 10. Auflage, 2009, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH

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