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Hämospermie

von altgriechisch: αἷμα ("haima") - Blut, σπέρμα ("spérma") - Same, Keim
Synonym: Hämatospermie

1 Definition

Unter einer Hämospermie versteht man überwiegend mit dem bloßen Auge sichtbares, im weiteren Sinn auch mikroskopisch nachweisbares Blut im Sperma.

2 Pathophysiologie

Das Ejakulat besteht zum überwiegenden Teil aus Samenflüssigkeit, die in Prostata, Bläschendrüsen und Bulbourethraldrüsen gebildet wird. Diese Flüssigkeitsgemisch enthält Millionen von Spermien, die im Hoden produziert und im Nebenhoden gespeichert werden. Bei der Ejakulation wird das Sperma über die Harnröhre nach außen befördert. Prinzipiell kann Blut im Sperma daher aus allen Teilen der Samenwege und des Harntrakts sowie aus den akzessorischen Geschlechtsdrüsen stammen.

3 Ätiologie

Die Ursachen einer Hämospermie sind vielfältig. Man unterscheidet benigne und maligne Ursachen. Häufig bleibt die Ursache unklar (ca. 45%).

3.1 Benigne Ursachen

3.2 Maligne Ursachen

4 Symptome

Das Sperma wird durch frische Blutbeimengungen rosa bis rot verfärbt. Ältere Blutungen können bräunlich bis schwarzbraun sein und zum Teil klümpchenartigen Veränderungen des Ejakulats aufweisen. In der Regel bestehen bei einer Hämospermie keine Schmerzen.

5 Diagnostik

Ziel der Diagnostik ist es, eine klinisch relevante oder behandelbare Ursache der Hämospermie zu finden bzw. eine bösartige maligne Ursache auszuschließen. Die Diagnostik sollte grundsätzlich als Stufendiagnostik erfolgen und umfasst:

Bei Persistenz einer Hämospermie sollte nach Ausschluss benigner Ursachen eine erweiterte Diagnostik mit z.B. mit Becken-MRT und Urethrozystoskopie eingeleitet werden.

6 Therapie

Die Therapie richtet sich nach der auslösenden Ursache. Infektionen des Urogenitaltrakts werden beispielweise antibiotisch therapiert.

Trotz Diagnostik bleibt die Ursache häufig unbekannt und ist damit einer kausalen Therapie nicht zugänglich.

Diese Seite wurde zuletzt am 19. April 2021 um 11:39 Uhr bearbeitet.

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