Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Gilteritinib

Handelsname: Xospata®
Synonym: ASP2215
Englisch: gilteritinib

1 Definition

Gilteritinib ist ein antineoplastischer Arzneistoff aus der Gruppe der Tyrosinkinasehemmer (TKI), der zur Untergruppe der AXL-Inhibitoren zählt. Die Substanz kann auch als FLT3-Inhibitor oder Multikinase-Inhibitor eingeordnet werden, da sie ebenfalls FLT3 und ALK hemmt.

2 Chemie

Wie die Leitsubstanz der Tyrosinkinasehemmer, Imatinib, weist Gilteritinib ein Phenylaminopyrimidin als Grundgerüst auf. Abweichungen gibt es im Substitutionsmuster.

Die Summenformel von Gilteritinib lautet C29H44N8O3. Das Molekulargewicht beträgt 572,7 g/mol.

3 Wirkmechanismus

Gilteritinib hemmt den Signalweg des FLT-3-Rezeptors, der eine wichtige Rolle bei der Differenzierung hämatopoetischer Stammzellen spielt. Es folgt die Apoptose der leukämischen Zellen, die eine interne Tandemduplikation des FLT-Rezeptors aufweisen. Vor Therapiebeginn muss die Anwesenheit dieser Mutation nachgewiesen werden.

Außerdem wird die AXL-Rezeptoryrosinkinase gehemmt, die Signale von Wachstumsfaktoren empfängt. Eine Hemmung dieser Kinase kann ebenfalls zur Apoptose der betroffenen Zelle führen.

4 Pharmakokinetik

Der maximale Plasmaspiegel wird nach 4 bis 6 Stunden erreicht.

Gilteritinib verteilt sich zum Großteil im Gewebe. Die Plasmaproteinbindung beträgt etwa 90%. Die Metabolisierung erfolgt über CYP3A4. Es ist ein Substrat von P-gp sowie ein potentieller Inhibitor von BCRP, P-gp und OCT1. Die Halbwertszeit beträgt ca. 113 Stunden.

5 Indikation

6 Dosierung

Die empfohlene Dosis von Gilteritinib ist 120 mg per os einmal täglich. Die Arzneiform ist eine Filmtablette.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

7 Nebenwirkungen

8 Wechselwirkungen

Gilteritinib wird über CYP3A4 verstoffwechselt. Von einer gleichzeitigen Gabe von CYP3A4-Induktoren (z.B. Johanniskraut, Rifampicin) oder -Inhibitoren (z.B. Itraconazol, Verapamil) ist abzusehen. Dasselbe gilt für P-gp-Induktoren und -Inhibitoren, da Gilteritinib ein Substrat für dieses darstellt.

9 Kontraindikationen

Frauen im gebährfähigen Alter sollten während der Therapie und für bis zu 6 Monate danach eine sichere Verhütungsmethode wählen.

10 Zulassung

Gilteritinib wird von Astellas entwickelt. Das Unternehmen reichte den Wirkstoff im April 2018 in den USA zur Zulassung ein. Ende November 2018 wurde Gilteritinib von der FDA zugelassen. Das Medikament wird als Zweitlinientherapie der FLT3-positiven akuten myeloischen Leukämie (AML) eingesetzt.

In Deutschland wurde die Zulassung am 24. Oktober 2019 erteilt.

11 Literatur

Diese Seite wurde zuletzt am 12. Februar 2020 um 21:20 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

2 Wertungen (4 ø)

702 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2020 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: