Ensartinib
Handelsname(n): Ensacove®
Englisch: ensartinib
1. Definition
Ensartinib ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Tyrosinkinaseinhibitoren. Er hemmt die anaplastische Lymphomkinase (ALK) und wird zur Behandlung des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) eingesetzt.
2. Chemie
Ensartinib besteht aus einem Pyridazin-Ring, der mehrfach substituiert ist. Daneben umfasst der Arzneistoff zwei Benzen-Ringe und einen Piperazin-Rest. Der Arzneistoff ist leicht basisch und wird pharmazeutisch als Hydrochlorid verwendet.
Die Summenformel lautet C26H27Cl2FN6O3; das Molekulargewicht beträgt 561,4 g/mol[1].
3. Wirkmechanismus
Als ALK-Inhibitor hemmt Ensartinib die anaplastische Lymphomkinase (ALK). Bei Vorliegen eines ALK-Fusionsgens kann die ALK eine erhöhte Aktivität aufweisen, was zu einer malignen Transformation der Zelle mit gesteigerter Zellproliferation führt. [2]
4. Pharmakokinetik
Das Verteilungsvolumen von Ensartinib beträgt 1.720 Liter; die Eliminationshalbwertszeit liegt bei 30 Stunden.
5. Indikation
- Behandlung des ALK-positiven, lokal fortgeschrittenen oder metastasiertem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC), das zuvor nicht mit einem ALK-Inhibitor behandelt worden ist.
6. Darreichungsformen
Ensartinib ist als Hartkapsel mit 25 oder 100 mg Wirkstoff verfügbar.
7. Dosierung
Eine Therapie darf nur begonnen werden, wenn das Vorliegen einer Mutation der ALK nachgewiesen wurde. Vor Therapiebeginn sollte die Leberfunktion und der Nüchternblutglukosespiegel gemessen werden.
Die empfohlene Dosierung beträgt 225 mg einmal täglich, bis die Erkrankung fortschreitet oder schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten. Bei Auftreten von Nebenwirkungen kann die Dosis auf 200 oder 150 mg einmal täglich reduziert werden[2].
Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.
8. Nebenwirkungen
Mögliche Nebenwirkungen sind:
- interstitielle Lungenerkrankung, Pneumonie, Husten
- Hepatotoxizität mit Erhöhung der ALT und AST
- Hautreaktionen: Ausschlag, Juckreiz, Photosensibilisierung, DRESS-Syndrom; Alopezie, Xerodermie
- Muskelschmerzen
- Verstopfung, Durchfall, Erbrechen, Inappetenz
- Schwindel, Dysgeusie
- Bradykardie
- Hyperglykämie
- Sehstörungen: verschwommenes Sehen, Diplopie, Photopsie, reduzierte Sehschärfe
- erhöhte Kreatin-Phosphokinase (CPK)
- Hyperurikämie
Ensartinib ist embryo- und fetotoxisch.
9. Wechselwirkungen
CYP3A4-Inhibitoren und -Induktoren sowie P-gp-Inhibitoren können die Plasmaspiegel von Ensartinib verändern, da dieses durch CYP3A4 abgebaut wird bzw. ein Substrat von P-gp ist.
10. Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
11. Zulassung
Ensartinib wurde in den USA im Dezember 2024 zugelassen; eine Zulassung in Europa steht derzeit (01/2025) noch aus.