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Diffuse axonale Verletzung

Synonyme: "Scherverletzung", diffuses axonales Schädelhirntrauma
Englisch: diffuse axonal injury, DAI

1 Definition

Die diffuse axonale Verletzung ist eine Sonderform des Schädelhirntraumas. Die Verletzung wird deshalb oft auch als diffuses axonales Schädelhirntrauma bezeichnet. Genauer gesagt zählt diese Form der Verletzung zu den diffusen Hirnverletzungen. Also zu den Verletzungen deren Ausmaß nicht genau ersichtlich ist. Zu den diffusen Hirnverletzungen zählen zudem noch die zerebrale Ischämie und das Hirnödem.

2 Ätiologie

Das diffuse axonale Schädelhirntrauma ensteht oft bei dem Aufprall des Kopfes auf weichen Flächen, wie z.B. der Verkleidung eines Autos. Da bei solchen Flächen die Kraft auf das Hirn fast gleichmäßig einwirkt, sind große Teile des Gehirns betroffen. Somit ist fast das ganze Hirn verletzt, doch die einzelnen Bereiche sind nur leicht, fast nicht sichtbar verletzt. Genauer betrachtet kommt es bei einem solchen Aufprall zum Auftreten von Rotations- und Beschleunigungskräften. Hierdurch können bei entsprechender Intensität die Großhirnhemisphären und die Kleinhirnhemisphären beginnen gegeneinander zu rotieren. So kann es zu Zerreissungsverletzungen kommen.

3 Einteilung

4 Diagnose

Die Darstellung der diffusen axonalen Verletzung mit den zur Verfügung stehenden bildgebenden Verfahren ist zur Zeit (2008) noch nicht befriedigend. An neuen Techniken und Geräten wird intensiv gearbeitet.

4.1 Computertomographie

Im CT zeigen sich keine oder nur sehr diskrete Auffälligkeiten. Ggf. sieht man geringe Ansammlungen von Blut im Subarachnoidalraum oder in den Seitenventrikeln, sowie im Corpus callosum, im oberen Hirnstamm, der Capsula interna oder den Pedunculi cerebelli. Besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen dem klinischem Zustand und dem CT-Befund, ist eine Magnetresonanztomografie indiziert.

4.2 Magnetresonanztomografie

Die MRT hat beim Nachweis einer diffusen axonalen Verletzung eine deutlich höhere Sensitivität als das CT. Dabei stellen sich bei T2-Wichtung kleine, umschriebene Areale erhöhter Signalintensität in den o.a. Lokalisationen dar. Eine noch bessere Darstellung der Veränderungen gelingt mit der wasserunterdrückten FLAIR-Sequenz.

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