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Pneumozephalus

Synonyme: Pneumocephalus, Pneumencephalon
Englisch: pneumocephalus

1. Definition

Als Pneumozephalus bezeichnet man die Anwesenheit von Luft bzw. Gas in der Schädelhöhle.

2. Ursachen

Intrakranielle Luft ist zwar grundsätzlich nicht normal, kann aber ein zu erwartender bzw. routinemäßiger Befund sein, z.B. nach neurochirurgischen Operationen, HNO-ärztlichen Eingriffen oder einer Spinalanästhesie.

Die häufigste pathologische Ursache eines Pneumozephalus ist ein Schädel-Hirn-Trauma (z.B. bei Schädelbasisfraktur). Seltene Ursachen sind:

3. Pathophysiologie

Kleinere Luftansammlungen in der Schädelhöhle werden meist komplikationslos resorbiert. In einigen Fällen kann es jedoch zu einer intrakraniellen Drucksteigerung mit entsprechenden Hirndruckzeichen kommen, die eine rechtzeitige Entlastungsoperation notwendig machen. Ein erhöhter Hirndruck entsteht insbesondere bei einem Ventilmechanismus, der Luft eindringen, aber nicht wieder austreten lässt. Man spricht in diesem Fall von einem Spannungspneumozephalus.

4. Klinik

Kleine Luftansammlungen verbleiben asymptomatisch. Am häufigsten beklagen Patienten Kopfschmerzen. Seltener werden neurologische Defizite und Bewusstseinsstörungen beobachtet.

5. Lokalisation

Intrakranielle Luft kann in jedem Kompartiment vorkommen:

Lokalisation Charakteristika
Subdural
  • häufigste Lokalisation
  • v.a. frontal
  • oft bilateral
  • überschreitet nicht die Mittellinie
  • häufig Luft-Flüssigkeits-Spiegel
  • Positionsveränderung bei Kopfbewegungen
Epidural
Subarachnoidal
Intraventrikulär
Intraparenchymal (intrazerebrale Pneumatozele)
  • selten
Intravaskulär
  • selten

6. Diagnose

6.1. Computertomographie

Ein Pneumozephalus wird in der Regel mittels Computertomographie (CT) diagnostiziert. Luft ist in der CT extrem hypodens (ca. bis 1.000 HU).

Bei einem Spannungspneumozephalus findet sich oft das sogennannte Mount-Fuji-Zeichen: Die Frontallappen werden durch bilaterale subdurale Luftansammlungen getrennt, komprimiert und nach posterior verschoben. Zudem erweitert sich der Interhemisphärenspalt. An der Stelle, wo die Frontallappen durch kortikale Venen mit der Dura und Arachnoidea verbunden sind, verbleibt eine Spitze. Dadurch erinnert die Form an den gleichnamigen Berg.

Intrakranielle Luft darf nicht mit Fett verwechselt werden. Sowohl Luft als auch Fett erscheinen im engen Weichteilfenster ähnlich hypodens. Eine Erhöhung der Fensterbreite oder die Wahl des Knochenfensters erleichtert die Unterscheidung.

6.2. Magnetresonanztomographie

Luft erscheint in allen MRT-Sequenzen als ein Bereich mit völlig fehlender Signalintensität. In der T2*-Sequenz verursacht Luft ein Blooming-Artefakt. In der MRT ist die Unterscheidung von Luft zu Blut wichtig.

7. Therapie

Die meisten intrakraniellen Luftansammlungen bedürfen keiner Behandlung. Im Falle eines Spannungspneumozephalus kann eine neurochirurgische Dekompression (Kraniotomie, Bohrlochtrepanation) notwendig sein. Gelegentlich ist eine Duraplastik sinnvoll.

Stichworte: Gehirn, Luft
Fachgebiete: Neurochirurgie, Radiologie

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21.03.2024, 09:10
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