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Apallisches Syndrom

Synonyme: Wachkoma, Lucid stupor, Coma vigile

1 Definition

Das Apallische Syndrom beschreibt einen Symptomkomplex aus dem Bereich der Neurologie, der als Folge schwerster Hirnschädigung auftritt. Während Hirnstamm, Rückenmark, Kleinhirn und Zwischenhirn ihre Funktionalität beibehalten, ist die Funktion des Großhirns größtenteils ausgeschaltet. Die Betroffenen scheinen zwar für den Betrachter augenscheinlich wach, eine Interaktion mit der Umwelt ist aber nur extrem eingeschränkt möglich und sämtliche Tätigkeiten des Alltags können von ihnen nicht mehr verrichtet werden.

2 Verbreitung

In Deutschland wird die Zahl der Betroffenen (Apalliker) auf Werte zwischen 10.000 und 12.000 geschätzt.

3 Kriterien

Um einen Patienten als Apalliker bezeichnen zu können, wurden Mitte der 1990-er Jahre klare diagnostische Kriterien festgesetzt, die erfüllt sein müssen. Diese sind im Einzelnen:

4 Ursachen

Die zentrale Ursache eines apallischen Syndroms ist stets eine sehr schwere Schädigung des Gehirns. Diese kann verschiedene Ursachen haben:

5 Symptome

Zu Beginn eines apallischen Syndroms befindet sich der Patient in intensivmedizinischer Behandlung, in dessen Rahmen er künstlich ernährt und beatmet wird. Bei den allermeisten Formen des apallischen Syndroms erfolgt der Eintritt der typischen Symptomatik plötzlich (z. B. nach Unfall, Schlaganfall, Sauerstoffentzug, etc.), lediglich bei diversen neurodegenerativen Erkrankungen kommt es schleichend zur Symptomatik. Nach einigen Wochen im Koma kommt es mitunter zu Myoklonien, starkem Herzrasen, Schweißausbrüchen und Hypertonie. Dies ist Ausdruck einer gestörten Funktion des vegetativen Nervensytems. Weitere Symptome können sein:

  • keinerlei Kommunikation
  • keine Wahrnehmung
  • Inkontinenz
  • automatisierte Bewegungsmuster
  • Spasmen
  • erhaltene Reflexe

6 Diagnose

7 Therapie

Häufig ist eine kurative Therapie – d. h. eine Heilung des apallischen Syndroms nicht mehr möglich. Ziel ist meistens eine palliative Therapie in Form von:

Fachgebiete: Intensivmedizin, Neurologie

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