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Desmopressin

Synonyme: Desmopressinacetat, DDAVP (1-Desamino-8-D-Arginin-Vasopressin)
Handelsnamen: Desmogalen®, Minirin®, u.a.
Englisch: desmopressin

1 Definition

Desmopressin, kurz DDAVP, ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Antidiuretika und kommt in erster Linie zur Verminderung von übermäßigem Durst, Harndrang und häufigem Wasserlassen zum Einsatz.

2 Indikationen

Hauptindikation ist der Diabetes insipidus centralis. Außerdem ist Desmopressin bei der Behandlung der Harninkontinenz und als Mittel der zweiten Wahl bei der Enuresis indiziert. Darüber hinaus wird der Arzneistoff zwecks Blutungsstillung, z.B. bei Hämophilie A, sowie gegen Austrocknung durch starken Wasserverlust angewendet.

Bei kardiochirurgischen Patienten mit medikamentös gestörter Thrombozytenfunktion kann Desmopressin die Gerinnung so beeinflussen, dass ein vergleichbarer Outcome erzielt werden kann wie bei Patienten ohne Thrombozytenaggregationshemmung.[1]

3 Darreichungsformen

Das Arzneimittel wird als Lösung, Nasenspray oder Injektionslösung entsprechend oral, nasal bzw. parenteral appliziert.

4 Pharmakokinetik

Desmopressin weist bei oraler Gabe eine Bioverfügbarkeit von 0,08 bis 0,16% und bei intranasaler Anwendung eine Bioverfügbarkeit von 10 bis 20% auf. Im Blut liegt der Wirkstoff zu 50% an Plasmaproteine gebunden vor. Die Plasmahalbwertszeit beträgt durchschnittlich drei Stunden. Der Arzneistoff wird renal eliminiert.

5 Wirkmechanismus

Desmopressin stellt ein Analogon des körpereigenen Hormons Adiuretin dar und stimuliert die Wasserdurchlässigkeit der Nierentubuluswände, wodurch das Wasser aus den Nierentubuli wieder zurück in den Körper rückresorbiert wird. Dies führt wiederum einerseits zur Urinkonzentration und andererseits zur Reduktion der Urinmenge.

Die blutungsstillende Eigenschaft von Desmopressin erklärt sich durch vermehrte Freisetzung von von-Willebrand-Faktor aus Endothelzellen. Dadurch steigt auch der Spiegel des Faktors VIII. Aufgrund dieses Wirkungsmechanismus besteht eine Tachyphylaxie bei wiederholter Anwendung.

Bei Patienten mit Hämostasestörungen, die typischerweise gut mit DDAVP behandelt werden können, z.B. einem milden von-Willebrand-Syndrom, kann die zu erwartende Wirkung vorab durch den sog. Desmopressin-Test abgeschätzt werden.

6 Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

7 Kontraindikationen

8 Quellen

  1. Satellitensymposium Blutungen interdiziplinär betrachtet |ntensivmedizin + Intensivpflege; Bremen, 15. Februar 2018; S. 15

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