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Nasenspray

1 Beschreibung

Nasenspray ist die zusammenfassende Bezeichnunng für Therapeutika, welche in Form eines Sprays in die Nasenhöhle eingebracht werden. Der Fachbegriff für diese Gruppe von Arzneimitteln lautet Rhinologika. Es existieren zwei verschiedene Typen von Nasensprays:

  • die lokal wirkenden Nasenspraytypen
  • die systemisch wirkenden Nasenspraytypen

2 Nasensprays für die lokale Behandlung

2.1 Abschwellende Nasensprays

Diese Gruppe dürfte die Bekannteste unter den Rhinologika sein. Die Präparate werden am häufigsten zur Kurzzeittherapie von erkältungsinduziertem Schnupfen angewendet. Die schnupfenlindernde Wirkung beruht auf einem Mechanismus, bei dem die Gefäße der Nasenschleimhaut stark verengt werden (vasokonstriktorische Wirkung), so dass diese abschwillt und das Sekret entweichen kann und der Patient wieder mehr Luft durch die Nase bekommt. Die Wirkstoffe gehören zur Gruppe der Alpha-Symphatomimetika. Folgende Substanzen findet man häufig in den abschwellenden Nasensprays:

Diese Gruppe der Nasensprays sind apothekenpflichtig und können in der Regel ohne Vorlage eines Rezeptes käuflich erworben werden. Sie sollten allerdings nur über einen Zeitraum von höchstens 7 bis 10 Tagen angewendet werden, da sie langfristig einen schädigenden Effekt auf die Nasenschleimhaut haben. Es besteht die Gefahr einer Abhängigkeit, da die Nasenschleimhaut irgendwann gar nicht mehr ohne diese Präparate abschwillt. Es kommt zu Erkrankungen wie Rhinitis medicamentosa oder Rhinitis atrophicans.

2.2 Salzhaltige Nasensprays

Sie werden häufig unter dem Namen „Meerwasserspray“ angeboten und haben einen entzündungshemmenden und befeuchtenden Effekt auf die Nasenschleimhaut. Auch sie helfen gegen Schnupfen, wenngleich langsamer, aber weitaus schonender.

2.3 Kortisonhaltige Nasensprays

Diese Nasensprays haben ihr Hauptanwendungsgebiet in der längerfristigen Therapie gegen Allergien. Insbesondere in den Sommermonaten werden sie häufig erfolgreich gegen Heuschnupfen und Pollenallergien eingesetzt. Als immunsupressive Glukokortikoide enthalten sie meistens folgende Substanzen:

Kortisonhaltige Nasensprays sind in der Regel mit Ausnahme von Beclometason zur Behandlung der saisonalen allergischen Rhinitis verschreibungspflichtig.

2.4 Cromoglicinsäurehaltige Nasensprays

Hierbei handelt es sich um einer eher seltene Form des Heuschnupfentherapeutikums. Der Namensgebenden Cromoglicinsäure wird nachgesagt, die Neubildung von Mastzellen in der Nasenschleimhaut zu stimulieren und diese zu stabilisieren.

2.5 Antihistaminisch wirksame Nasensprays

Bekanntlich ist das körpereigene Histamin eines der wichtigsten Initiatoren für allergische Reaktionen. Die Antihistaminika Azelastin oder Levocabastin verleihen den hier beschriebenen Nasensprays eine ebenfalls lindernde Wirkung bei Heuschnupfen. Im Gegensatz zu kortisonhaltigen Sprays können sie meistens ohne ärztliches Rezept erworben werden.

3 Nasensprays für die systemische Behandlung

Es gibt Arzneistoffe, die am besten über die Nasenschleimhaut resorbiert und in die Blutbahn gelangen können. Die Nasenschleimhaut gehört zu den sehr gut durchbluteten – und von außen erreichbaren – Körperregionen, weswegen es bei nasaler Gabe von Medikamenten zu einer verhältnismäßig schnellen Verteilung im Körper gibt. Hier ein paar Beispiele:

  • Fentanyl-Nasenspray gegen Schmerzattacken
  • Calcitonin-Nasenspray
  • einige Medikamente, die bei oraler Einnahme im Magen-Darm-System zersetzt würden

4 Spülwirkung

Für Nasensprays gilt, dass die physikalische Spülwirkung von der Menge der vernebelten Substanz und ihrer Teilchengröße abhängig ist. Mit Zerstäubern und Pumpsprays können Teilchengrößen bis über 40 µm erreicht werden. Nur große Teilchen sind im Falle von Nasensprays für eine nennenswerte Spülwirkung geeignet, denn erfahrungsgemäß liegt die applizierte Menge bei einem Sprühstoß lediglich bei 0,1 bis 0,2 ml. 20 ml Lösung sollen daher je nach Einstellung für 100-200 Sprühstöße ausreichen.

Damit wird eine Befeuchtung der Nasenschleimhaut erreicht. Eine ausreichende mechanische Spülwirkung ergibt sich jedoch nur bei häufiger Wiederholung oder bei Einsatz einer Spülung.

Fachgebiete: Arzneimittel

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