Cromoglicinsäure
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LoslegenSynonym: Cromoglykat
Englisch: cromoglicate
Definition
Cromoglicinsäure ist ein antiallergischer Arzneistoff, der die Freisetzung von Histamin und Leukotrienen aus Mastzellen hemmt. In diesem Zusammenhang wird Cromoglicinsäure auch als Mastzellstabilisator bezeichnet.
Chemie
Cromoglicinsäure ist ein Bischromon-Derivat. Es ist chemisch mit dem aus den Früchten von Ammi visnaga (Khella) gewonnenen Khellin verwandt. Aufgrund der besseren Wasserlöslichkeit wird pharmakologisch meist das Dinatriumsalz der Cromoglicinsäure (Natriumcromoglicat, Ph. Eur.) eingesetzt.
Die Summenformel lautet C23H16O11, die molare Masse beträgt 468,37 g/mol.
Wirkmechanismus
Cromoglicinsäure reichert sich in den Zellmembranen der Mastzellen an und interferiert mit der Ausschüttung von Histamin und Leukotrienen. Die Substanz stabilisiert vermutlich über eine Blockade von Chloridkanälen die Membran von Mastzellen und vermindert so die Freisetzung der Entzündungsmediatoren. Darüber hinaus soll sie den Calciumeinstrom in die Mastzellen hemmen.
Pharmakokinetik
Die Applikation von Cromoglicinsäure erfolgt üblicherweise topisch. Nach Applikation wird der Wirkstoff nur langsam vom Gewebe aufgenommen und muss bis zur vollen Wirksamkeit mehrmals angewendet werden, um den gewünschten Effekt zu erreichen. Ein Übertritt in den systemischen Kreislauf ist kaum gegeben. Enteral wird Cromoglicinsäure nur in geringem Umfang resorbiert.
Die Halbwertszeit von Cromoglicinsäure liegt zwischen 60 und 90 Minuten.
Indikationen
Cromoglicinsäure dient zur Prophylaxe von Anfällen im Rahmen eines allergischen Asthma bronchiale. Es wird dazu durch Inhalation eingenommen.
Weiterhin wird Cromoglicinsäure in Form von Augentropfen zur Behandlung allergischer Reaktionen der Konjunktiva und zur Linderung der Beschwerden bei allergischer Rhinitis eingesetzt.
Außerdem gibt es apothekenpflichtige Pulver und Kapseln zur Behandlung von Lebensmittelallergien, bei denen eine Vermeidung des Allergens nicht möglich ist, und zur Behandlung von Mastzellaktivierungssyndromen. Aufgrund der kurzen Halbwertszeit muss die Medikation in diesem Fall alle 6 Stunden eingenommen werden.
Darreichungsformen
Cromoglicinsäure ist als Monopräparat oder Wirkstoffkombination erhältlich in Form von
- Augentropfen
- Nasensprays
- Inhalationsaerosol, Inhalationslösung und Inhalationspulver
- Pulver und Kapseln zur oralen Einnnahme
Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen sind applikationsbedingt. Typisch sind lokale Reizerscheinungen wie Husten, Heiserkeit, selten Bronchospasmen oder Myalgien. Systemische Nebenwirkungen sind äußerst selten und unbeständig.
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Wechselwirkungen
Aufgrund der geringen systemischen Resorption hat Cromoglicinsäure ein niedriges Interaktionspotenzial. Klinisch relevante Arzneimittelinteraktionen sind nicht bekannt.
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile
- Anwendung im ersten Trimester der Schwangerschaft nur nach strenger Indikationsstellung
Zulassung
Cromoglicinsäure wurde 1965 vom britischen Arzt Roger Altounyan (1922–1987) entwickelt und 1969 erstmals in den Markt eingeführt.