Azelastin
Handelsnamen: Allergodil® u.a.
Englisch: azelastine
Definition
Azelastin ist ein Antihistaminikum aus der Gruppe der H1-Rezeptor-Antagonisten der 2. Generation. Es wird zur Therapie von Allergien eingesetzt.
Chemie
Die Summenformel lautet C22H24ClN3O, die molare Masse beträgt 381,9 g/mol.
Wirkmechanismus
Azelastin gehört zu den H1-Rezeptor-Antagonisten der 2. Generation, so dass es zum Beispiel im Gegensatz zum Diphenhydramin keinen Einfluss auf das ZNS ausübt und keine sedierende Wirkung hat.
Als kompetitiver Antagonist verdrängt Azelastin Histamin von den H1-Rezeptoren, so dass diese nicht mehr aktiviert werden können. Dadurch wirkt es antiallergisch, so dass Schwellungen und Juckreiz in der Nase reduziert werden. Zusätzlich hemmt Azelastin die Freisetzung von Histamin aus Mastzellen und entfaltet somit auch antiinflammatorische Effekte.
Pharmakokinetik
Azelastin wird überwiegend hepatisch über das Cytochrom P450-System metabolisiert. Dabei entsteht der aktive Metabolit Desmethylazelastin sowie zwei weitere inaktive Carbonsäuremetaboliten. Die Plasmahalbwertszeit von Azelastin beträgt im Durchschnitt ungefähr 22 Stunden. Anschließend wird der Arzneistoff größtenteils über den Stuhl ausgeschieden.
Indikationen
Azelastin kommt insbesondere bei der Behandlung der allergischen Rhinitis und allergischen Konjunktivitis zum Einsatz.
Darreichungsform
Azelastin wird in Form von Augentropfen, aber auch als Nasenspray vertrieben.
Nebenwirkungen
Mögliche Nebenwirkungen als Nasenspray sind:
- bitterer Geschmack
- Brennen in der Nase
- Müdigkeit, Somnolenz
- Kopfschmerzen
- Nasenbluten
Zu den möglichen Nebenwirkungen als Augentropfen zählen:
- Augenirritation oder Brennen
- Geschmacksveränderung
- Augentrockenheit
- Augenrötung
- Verschwommenes Sehen
Kontraindikationen
Azelastin ist kontraindiziert bei Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der sonstigen Bestandteile.
Wechselwirkungen
Klinisch relevante Wechselwirkungen sind bislang (2026) nicht bekannt. Bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen zentral dämpfenden Substanzen kann eine additive sedierende Wirkung jedoch nicht ausgeschlossen werden.
Schwangerschaft und Stillzeit
Bisher (2026) liegen nur begrenzte Daten mit der Anwendung von Azelastin in der Schwangerschaft und Stillzeit vor. Die Anwendung sollte nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.
Quellen
- Gelbe Liste – Azelastin, abgerufen am 02.04.2026
- Fachinfo – Allergodil akut forte, abgerufen am 02.04.2026