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Cadmiumintoxikation

1 Definition

Unter der Cadmiumintoxikation versteht man eine Vergiftung mit Cadmium.

2 Vorkommen

Cadmium wird in der metallverarbeitenden Industrie genutzt, so dass dort in seltenen Fällen inhalative Intoxikationen zu beobachten sind. Weiterhin kommt das Cadmium in geringen Konzentrationen in einigen Nahrungsmitteln vor und wird beim Rauchen von Zigaretten vermehrt in den menschlichen Organismus aufgenommen. Aus diesem Grund kann man bei Rauchern höhere Konzentrationen an Cadmium in Leber, Niere und Lunge nachweisen.

3 Metabolismus

Cadmium hat eine Halbwertszeit von zehn bis dreißig Jahren und wird vor allem renal, in geringerem Maße auch über die Nägel, die Haare und den Schweiß ausgeschieden. Aufgrund seiner langen Halbwertszeit kommt es zur Akkumulation im menschlichen Körper.

Das Cadmium, das sich in den Nahrungsmitteln befindet, wird nur in geringen Mengen (ca. fünf Prozent) enteral resorbiert. Nach der Aufnahme in den Organismus akkumuliert es vor allem in den Nieren, der Leber und dem Pankreas.

Im Blut wird das Cadmium an niedermolekulare, hitzestabile Proteine gebunden. Diese weisen einen hohen Cysteingehalt auf und inaktivieren das Cadmium. Durch die Proteine wird in der Regel eine stärkere Schädigung der Leber vermieden.

4 Intoxikation

4.1 Akute Form

Die Symptome einer akuten inhalativen Cadmiumintoxikation treten mit einer Latenz von einigen Stunden auf. In der Regel imponiert die akute inhalative Cadmiumintoxikation durch Reizerscheinungen im Bereich der oberen Atemwege und der Lunge. Bei ausgeprägter inhalativer Belastung kann sich auch noch nach einer Woche ein Lungenödem entwickeln.

Bei einer akuten oralen Cadmiumintoxikation stehen gastrointestinale Symptome im Vordergrund. Dazu gehören Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Man geht davon aus, dass die Schwellendosis für die orale Aufnahme bei 15mg Cadmium liegt.

4.2 Chronische Form

Eine chronische inhalative Cadmiumintoxikation begünstigt höchstwahrscheinlich die Entwicklung eines Lungenemphysems.

Bei der chronischen oralen Cadmiumintoxikation wird vor allem die Funktion der Nieren beeinträchtigt. Leitsymptom ist die Proteinurie. Die Schädigung der Nieren kann sekundär zu Schädigungen im Bereich des Skelettsystems führen. Störungen der Leberfunktion sind möglich, werden jedoch selten beobachtet.

Die chronische orale Cadmiumintoxikation führt weiterhin zu einer leichten hypochromen Anämie, zu einer verminderten Synthese der alpha2-Globulin und zu einer verstärkten Synthese der gamma-Globuline.

Bei Frauen hat eine leichte chronische Cadmiumintoxikation eine östrogenartige Wirkung.

5 Therapie

Für die Cadmiumintoxikation existiert keine spezifische Therapie. In Tierversuchen zeigte sich der Komplexbilder 2,3-Dimercapto-Bernsteinsäure hilfreich.

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