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Aseptische Knochennekrose

Synonyme: Aseptische Osteonekrose, (Juvenile) Osteochondrose
Englisch: aseptic osteonecrosis

1 Definition

Aseptische Knochennekrose ist ein Sammelbegriff für Nekrosen von Knochen (Osteonekrosen), die in Abwesenheit einer Infektion ("aseptisch") aufgrund einer Minderversorgung mit Blut (Ischämie) entstehen.

2 Nomenklatur

Die Begriffe "ischämische" und "avaskuläre Nekrose" werden v.a. bei subchondralen (epiphysären) Osteonekrosen verwendet. Der Begriff "Knocheninfarkt" bezieht sich hingegen auf medulläre (metaphysäre) Osteonekrosen. Inzwischen wird der umfassende Begriff Osteonekrose bevorzugt verwendet.

Als "Osteochondrose" bzw. "Osteochondritis" werden Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen bezeichnet, bei denen eine Osteonekrose zu einer Störung des Knochenwachstums führt.

3 Ätiologie

Die Ätiologie aseptischer Knochennekrosen ist bisher (2021) unklar. Es werden unter anderem konstitutionelle Faktoren, lokale Durchblutungsstörungen und rezidivierende Mikrotraumen als begünstigende Faktoren angegeben.

Epidemiologische Untersuchungen und Fallstudien konnten einige Risikofaktoren für die Entstehung von aseptischen Knochennekrosen aufzeigen. Hierzu gehören unter anderem:

Die Risikofaktoren sind nicht ausreichend untersucht, um kausale pathophysiologische Zusammenhänge folgern zu können.

4 Pathogenese

Gemeinsames Merkmal der Entstehung aller aseptischen Knochennekrosen ist der Verschluss eines den betreffenden Knochenabschnitt versorgenden Blutgefäßes. Infolge der Ischämie des Knochens kommt es zum Knochenabbau, Destruktion und eventuell Funktionsausfall. Die Knochendestruktionen können folgenlos ausheilen, jedoch auch zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen der Gelenke und Skelettfunktion führen.

5 Krankheitsbilder

Je nach betroffenem Knochen gibt es für die aseptischen Knochennekrosen eigene Bezeichnungen.

*Der Morbus Scheuermann wird in älteren Lehrbüchern noch als aseptische Knochennekrose geführt. Er ist jedoch keine Osteonekrose, sondern eine Wachstumsstörung an den Deck- und Grundplatten der Wirbelkörper.

6 Diagnostik

Im Rahmen der Diagnostik erfolgt eine Darstellung mittels verschiedener bildgebender Verfahren. Die normale Röntgenaufnahme bietet häufig bereits charakteristische Veränderungen. Durch Anwendung moderner Schnittbildverfahren wie dem MRT und dem CT können Art und Ausmaß der Nekrose sehr genau analysiert werden um ein bedarfsgerechtes therapeutisches Vorgehen planen zu können.

Diagnostisch auszuschliessen bzw. zu differenzieren sind vor allem septische Formen der Knochennekrosen, eine Osteomyelitis, Neoplasien des Knochens und Knochenzysten.

Klassifiziert werden aseptische Knochennekrosen in je nach betroffenem Knochen erstellten Klassifikationen. Einen Ansatz zur einheitlichen Klassifikation bietet die sogenannte ARCO-Klassifikation.

7 Therapie

Die Therapie der aseptischen Knochennekrosen erfolgt adaptiert an den betroffenen Knochen, das Alter der Patienten und den Schweregrad der Nekrose.

Das Spektrum reicht hierbei von mechanischer Entlastung über Physiotherapie (z.B. Orthesen) bishin zu orthopädischen Eingriffen mit Bohrungen der Knochen (z.B. Pridie-Bohrungen), Osteotomien (z.B. Varisationsosteotomie bei M. Perthes) oder Gelenkersatz durch Endoprothetik.

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Fachgebiete: Orthopädie

Diese Seite wurde zuletzt am 17. März 2021 um 20:31 Uhr bearbeitet.

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