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Antidiuretisches Hormon

(Weitergeleitet von Arginin-Vasopressin)

Synonyme: ADH, AVP, Adiuretin, Vasopressin, Arginin-Vasopressin
Englisch: antidiuretic hormone (ADH), vasopressin

1 Definition

Das antidiuretische Hormon ist ein Nonapeptid mit einer Disulfidbrücke und wirkt als Effektorhormon des Hypothalamus zur Regulation des Wasserhaushalts.

2 Physiologie

ADH wird überwiegend im Nucleus supraopticus, in geringen Mengen auch im Nucleus paraventricularis translatiert - zusammen mit Neurophysin II von derselben mRNA. Das Hormon wird an sein Neurophysin gebunden, über den Tractus supraopticohypophysialis zum Hypophysenhinterlappen transportiert, dort gespalten und in die Blutbahn abgegeben (glanduläres Hormon).

ADH besitzt antidiuretische Wirkung, indem es die Wasserrückresorption in den Sammelrohren und Verbindungstubuli der Niere über V2-Rezeptoren fördert. Die Stimulation dieser Rezeptoren führt zu einer verstärkten Expression von Aquaporin 2 (AQP2) in der luminalen Membran der Sammelrohrzellen. Dadurch geht dem Körper möglichst wenig Wasser verloren. Die vasopressorische Wirkung des ADH an der glatten Gefäßmuskulatur über V1-Rezeptoren führt zur arteriellen Vasokonstriktion und damit zu einer Blutdruckerhöhung. Die ADH-Ausschüttung wird im Rahmen des osmoregulatorischen Systems gesteuert.

Des Weiteren reguliert ADH zusammen mit Angiotensin II, Aldosteron und dem atrialen natriuretischen Peptid das Trinkverhalten im Hypothalamus und stimuliert durch V3-Rezeptoren die Freisetzung von ACTH aus der Adenohypophyse. Der Ausfall der ADH-Produktion führt zum Krankheitsbild des Diabetes insipidus, eine Überproduktion zum Syndrom der inappropriaten ADH-Sekretion (SIADH).

3 Pathophysiologie

Ethanol hemmt die Freisetzung von ADH und damit den Einbau von Aquaporinen, was in einer verstärkten Ausscheidung von Wasser resultiert.

Fachgebiete: Biochemie

Danke für den Hinweis. Gefixt.
#2 vor 22 Tagen von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
Bitte beachten Sie, dass ADH in der Niere nur an Verbindungstubuli und den Sammelrohren wirkt und dort eine Wasserrückresorption bewirkt. Da die distalen Tubuli wasserundurchlässig sind findet hier auch keine Rückresoption von Wasser statt: nur Ionen können hier wieder in den Blutkreislauf aufgenommen werden. Für eine verstärkte Rückresorption von Ionen, wie z.B. Natrium, ist Aldosteron aus der Nebennierenrinde verantwortlich.
#1 vor 22 Tagen von Max Mustermann (Student der Humanmedizin)

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