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Silikose

Synonym: Staublungenkrankheit, Quarzstaublungenerkrankung
Englisch: silicosis

1 Definition

Unter einer Silikose versteht man pathologische Veränderungen der Lunge, die durch eine langandauernde Einatmung von Quarzstaub-Partikeln (Siliziumdioxid-Kristalle) entstehen. Die Silikose gehört zu den Pneumokoniosen und ist eine entschädigungspflichtige Berufskrankheit.

2 Pathophysiologie

Die Kristalloberfläche der Siliziumdioxid-Partikel tritt in direkte Wechselwirkung mit den Zellmembranen des Lungengewebes. Nach ihrer Deposition in den Alveolen führen die Kristalle zu einer gesteigerten Fibroblastenaktivität und damit zum schrittweisen Gewebeumbau des Lungenparenchyms (Lungenfibrose). Die Gefährdung wächst mit der Zunahme des alveolengängigen Anteils der Staubfraktion und mit der Expositionszeit. Es werden hauptsächlich die Ober- und Unterlappen der Lunge betroffen.

3 Verlauf

Mit einer Latenz von etwa 10-20 Jahren führt die Einatmung von Quarzstaub zu einer fortschreitenden, knotigen Fibrosierung des Lungenparenchyms, deren Ausmaß individuell sehr unterschiedlich sein kann. Die Silikose endet oft in einer restriktiven Ventilationsstörung, kann aber auch mit einer kombinierten obstruktiv-restriktiven Störung einhergehen.

Zu den Spätfolgen zählt auch der Lungenkrebs. Das Röntgenbild zeigt dabei zunächst vor allem in den Ober- und Mittellappen kleine rundliche Schatten, die später zu Schwielen und Knoten konfluieren können (Schneegestöberlunge). Weiterhin sind schalenförmig verkalkte, vergößerte hiliäre Lymphknoten (Eierschalenhili) pathogmonisch für eine Silikose.

Durch Fibrosierung des perivaskulären Interstitiums und Aufbrauchen des pulmonalen Strombahnquerschnittes kann es auch zu einem Cor pulmonale führen.

Im Rahmen der Silikose kommt es durch Abschwächung lokaler Abwehrmechanismen häufig zu einer Reaktivierung einer durchgemachten Tuberkulose (Aktivierung einer alten Kaverne). Man spricht dann von einer Silikotuberkulose.

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