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Ovarialinsuffizienz

Englisch: ovarian insufficiency

1 Definition

Als Ovarialinsuffizienz werden Veränderungen der Ovarialfunktion (Insuffizienz) bezeichnet, die zu einer Störung der Follikelreifung führen. Klinisch äußert sich die Ovarialinsuffizienz in Zyklusanomalien mit unreglmäßigen oder ausbleibenden Regelblutungen.

2 Einteilung

Verschiedene Arten der Ovarialinsuffizienz sind durch charakteristische Veränderungen gekennzeichnet:

Sekundäre Formen der Ovarialinsuffizienz beruhen auf hormonellen Veränderungen, welche die Funktion des Ovars beeinflussen:

3 Labordiagnostik

Bei Patientinnen mit Amenorrhoe sollte im Vorfeld ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden, um eine Schwangerschaft als Grund für die ausbleibende Menstruation auszuschließen. Fällt dieser negativ aus, sollten am 3. Tag des Menstruationszykluses Estradiol, FSH sowie LH bestimmt werden. Die Hormone werden einige Male erneut bestimmt. Sollten dabei der Estradiolwert wiederholt niedrig und die Werte für LH und FSH erhöht sein, spricht dies für das Vorliegen einer primären Ovarialinsuffizienz.

Da häufig begleitend eine Schilddrüsenunterfunktion sowie eine Nebennierenrindeninsuffizienz auftreten, sollten weitere labormedizinische Tests durchgeführt werden, um eine regelrechte Funktion dieser Organe sicherzustellen. Eine Analyse der Erbinformation zum Ausschluss eines Turner-Syndroms kann ebenfalls beim Vorliegen einer primären Ovarialinsuffizienz indiziert sein.

Sind die Werte für FSH und LH normal oder erniedrigt, kann ein GnRH-Test durchgeführt werden, um zwischen einer hypothalamischen und einer hypophysären Ovarialinsuffizienz zu unterscheiden. Bei einer hypothalamischen Ovarialinsuffizienz würden nach GnRH-Gabe FSH und LH ansteigen. Sollte kein Anstieg auftreten, muss die Prolaktin-Konzentration im Blut kontrolliert werden, um eine Hyperprolaktinämie als mögliche Ursache auszuschließen.

Die Bestimmung der männlichen Sexualhormone, wie Testosteron und Dehydroepiandrosteron kann Hinweise auf eine hyperandrogenämische Ovarialinsuffizienz liefern. Androgene und Prolaktin können auch im Rahmen eines PCOS erhöht sein.

siehe auch: POF-Syndrom

4 Literatur

  • Laborlexikon.de; abgerufen am 16.04.2021

Tags:

Fachgebiete: Gynäkologie

Diese Seite wurde zuletzt am 16. April 2021 um 17:01 Uhr bearbeitet.

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