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Nierenbeckenkarzinom

Englisch: kidney cancer, renal cancer

1 Definition

Das Nierenbeckenkarzinom ist wie der Name schon sagt ein Tumor des Nierenbeckens.

2 Inzidienz

Mit nur 1 Prozent aller Urogenitaltumore ist das Nierenbeckenkarzinom ein eher seltener Tumor. Das bedeutet, dass von 100000 Einwohner ca. 1 Patient an einem Nierenbeckenkarzinom leidet. Die Geschlechterverteilung des Nierenbeckenkarzinoms liegt bei 3:1 Männer:Frauen. Die Tumoren finden sich überwiegend im höheren Lebensalter jenseits des 60. Lebensjahres.

3 Ätiologie

In Analogie zum Harnblasenkarzinom gehen die Forschungsdaten auch beim Nierenbeckenkarzinom von einer berufsbedingten Genese aus. Vor allem Patienten, die in Chemiebetrieben oder im Bergbau gearbeitet haben, zeigen eine höhere Inzidenz für Nierenbeckenkarzinome. Man kann davon ausgehen, dass Stoffe wie Nitrosamine und aromatische Amine die Entstehung dieses Tumors begünstigen. Daneben gibt es die Nierenbeckenkarzinome deren Genese sich nicht eindeutig klären läßt. Mutationen im Apoptosegen scheinen hier verantwortlich.

4 Histologie

Zu den Nierenbeckenkarzinomen zählen eine Reihe von Tumoren, die sich hinsichtlich ihrer Histologie unterscheiden. So gibt es die reinen Urothelkarzinome, wobei es sich um papilläre epitheliale Tumore handelt. Diese machen an der Gesamtheit der Nierenbeckenkarzinome etwa 90& aus. Die übrigen 10% entfallen auf Plattenepithelkarzinome.

5 Symptome

Der Tumor kann lange Zeit unentdeckt beliben. Zwar tritt bei den Patienten eine Hämaturie sehr zeitig in Erscheinung, jedoch ist das nicht für alle Patienten ein Anlass den Arzt aufzusuchen. Sei es aus Angst oder aus Negation der Symptome. Mit einer Häufigkeit von ca. 70-80% ist die Hämaturie das führende Symptom des Nierenbeckenkarzinoms. Schmerzen entstehen beim Nierenbeckenkarzinom in der Regel durch Blutansammlungen, sogenannte Koagel, die das Nierenbecken und die abführenden Harnwege verstopfen. Die hierbei auftretenden Schmerzen können den kolikartigen Schmerzen einer Urolithiasis ähneln und sind ebenso in den Rücken und die Flanke ausstrahlend. Im Verlauf der Erkrankung treten allgemeine Tumorsymptome in Erscheinung. Diese fälschlicherweise als B-Symptomatik bezeichneten Symptome sind unter anderem Nachtschweiss, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit (Inappetenz) und Fieber. Auch können Metastasen des Nierenbeckenkarzinoms zu Symptomen führen. Wobei hier zu beachten ist, dass symptomatische Metastasen in der Regel nach dem Auftreten der Hämaturie zum Vorschein kommen.

6 Diagnostik

Neben der initialen Diagnostik mittels Anamnese und Laboruntersuchung steht eine Reihe weiterer Untersuchungen an. Beginnend bei der Sonographie, über das Urogramm zur Zystoskopie mit Gewinnung von histologischem Material. Unter Umständen kann auch eine retrograde Ureteropyelographie durchgeführt werden. Eine sich anschließende Computertomographie dient dem Staging des Tumors mit der Detektion von Metastasen, insbesondere von Lymphknotenmetastasen.

7 Differentialdiagnose

Differentialdiagnostisch muss neben einem Tumor des Beckens oder einem Nierenzellkarzinom auch an nicht maligne Ursachen der Hämaturie gedacht werden. Hierzu gehören die Harnsteine, Papillennekrosen, Blutkoagel und die Tuberkulose des Urogenitaltraktes.

8 Therapie

Die Therapie des Nierenbeckenkarzinoms ist die Operation. Es wird eine sogenannte Nephroureterektomie mit Entfernung der Lymphknoten vorgenommen. Da sich über den Harnfluß Metastasen im Harnleiter und der Harnblase absiedeln können, werden der Harnleiter sowie ein Teil der Harnblase ebenfalls entfernt.

9 Prognose

Die Nierenbeckenkarzinome haben eine hohe Rezidivrate. Die Prognose hängt vom Tumorstadium ab, beträgt jedoch selbst bei einem pT4-Tumor noch immer 60% in den ersten 5 Jahren.

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