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Mykoplasmose

Englisch: Mycoplasmosis

1 Definition

Mykoplasmosen sind Erkrankungen, die durch eine Infektion mit Mykoplasmen hervorgerufen werden. Bei Kindern im Schulalter führen Mykoplasmen häufig zu atypischen Pneumonien. Mycoplasma hominis verursacht Urogenitalinfektionen beim Erwachsenen, wodurch sich eine perinatale Infektion des Neugeborenen mit Auftreten schwerster respiratorischer Symptome sowie eine Sepsis entwickeln kann.

2 Erreger

Mykoplasmen sind gramnegative, pleomorphe Bakterien ohne Zellwand, die einen toxischen Einfluss auf den Stoffwechsel von Schleimhautepithelzellen haben und zu einer Störung der mukozilliären Clearance des Respirationstraktes führen können.

Mycoplasma salivarium, Mycoplasma pneumoniae, und Mycoplasma orale verursachen Atemwegsinfektionen. Mycoplasma hominis führt zu Urogenitalinfektionen des Erwachsenen.

3 Epidemiologie

Der Mensch ist das alleinige Erregerreservoir. Mycoplasma pneumoniae wird durch Tröpfcheninfektion übertragen, Schulkinder und junge Erwachsene erkranken bevorzugt - etwa 20 - 30% aller Pneumonien in dieser Altersgruppe werden durch Mykoplasmen verursacht. Die Infektionen treten verstärkt in der kalten Jahreszeit auf. Im Abstand von 3 - 6 Jahren kommt es meist zu größeren Epidemien.

Mycoplasma hominis wird über Sexualverkehr übertragen, die Infizierung der Neugeborenen erfolgt im Geburtskanal. Die Inkubationszeit liegt bei zwei bei drei Wochen.

4 Symptomatik

4.1 Infektion mit Mycoplasma pneumoniae

Typischerweise beginnt die Mykoplasmenpneumonie mit einer grippeähnlichen Symptomatik:

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Halsschmerzen
  • Reizhusten

Anschliessend kommt es zu einer Tracheobronchitis oder einer zentralen Pneumonie. Der Auskultationsbefund ist typischerweise gering, der Röntgenbefung aber um so ausgeprägter. In ca. 10 - 20% der Fälle tritt ein flüchtiges moribilliformes Exanthem auf.

4.2 Infektion mit Mycoplasma hominis

Die Infektion mit diesem Erreger führt zu Entzündungen des Urogenitaltraktes. Die Übertragung auf das Neugeborene erfolgt während der Geburt, worauf sich eine schwere respiratorische Erkrankung des Neugeborenen bis hin zur Sepsis entwickeln kann.

5 Diagnostik

  • Röntgenuntersuchung: charakteristisch ist die interstitielle Zeichnungsvermehrung. Perihiläre und flächig-segmentale Verdichtungen sowie pleurale Infektionen können ebenfalls nachweisbar sein.
  • Labor: in 50% der Fälle sind bei der Mykoplasmeninfektion Kälteagglutinine nachweisbar
  • Serologie: Der IgM-Antikörpertiteranstieg ist für eine frische Infektion beweisend
  • Antigennachweis und DNA-Nachweis mit PCR

6 Therapie

Der Goldstandard zur Behandlung einer Mykoplasmeninfektion mit Mycoplasma pneumoniae ist die Verabreichung eines Makrolids, z.B. Erythromycin oder Azithromycin. Urogenitalinfektionen die durch Mycoplasma hominis ausgelöst werden, werden mit Clindamycin oder Doxycyclin behandelt.

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