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Marginalzonenlymphom

Synonyme: Marginalzonen-B-Zell-Lymphom, MZL
Englisch: marginal zone lymphoma

1 Definition

Das Marginalzonenlymphom, kurz MZL, gehört zur Gruppe der indolenten Non-Hodgkin-Lymphome und ist eine von B-Zellen ausgehende lymphatische Neoplasie.

2 Einteilung

Das MZL dient als Oberbegriff für drei verschiedene Formen von Lymphomen, die sich nach ihrem Ursprungsort einteilen lassen:

3 Epidemiologie

In der Familie der Non-Hodgkin-Lymphome fallen ca. 5-15% der Diagnosen an die Marginalzonenlymphome. Mit 50-70% der MZL ist das MALT-Lymphom die häufigste Subgruppe, wohingegen das splenische MZL (20%) und das nodale MZL (10%) dementsprechend seltener auftreten. Für alle drei Entitäten liegt der mediane Erkrankungszeitpunkt im fortgeschrittenen Alter zwischen 65 und 69 Jahren.

4 Ätiologie

Die genaue Ätiologie ist unklar. Eine Assoziation mit chronischen Infektionen (z.B. Helicobacter pylori, Hepatitis-C-Virus) und Autoimmunerkrankungen (z.B. Sjögren-Syndrom) ist bekannt.

5 Klinik

Da es sich um indolente, d.h. langsam wachsende Neoplasien handelt, treten Symptome oft eher schleichend auf. Sie unterscheiden sich je nach Subtyp:

  • MALT-Lymphome verursachen Beschwerden dort, wo der Organbefall stattfindet. Möglich sind unspezifische Symptome wie abdominelle Schmerzen und Verdauungsbeschwerden. Oft ist der Verlauf jedoch asymptomatisch und die Diagnose erfolgt per Zufall, beispielsweise im Rahmen von Routine-Endoskopien.
  • Das splenische Marginalzonenlymphom zeigt sich durch eine Splenomegalie und B-Symptome. Eine Beteiligung des peripheren Blutes und Knochenmarkinfiltration mit konsekutiver Zytopenie ist möglich.
  • Das klinische Erscheinungsbild des nodalen Marginalzonenlymphoms ist vergleichbar mit anderen indolenten Lymphomen. Typisch ist hier die schmerzlose Lymphknotenvergrößerung.

6 Diagnostik

7 Pathohistologie

Namensgebend ist das Wachstumsmuster der Tumorzellen innerhalb der Marginalzone von sekundären Lymphfollikeln. Als Ursprungszellen gelten reife B-Lymphozyten. Diese imponieren im histologischen Präparat klein und zentrozytenähnlich. Im Zellverband werden üblicherweise auch Plasmazellen und vereinzelte Blasten nachgewiesen. Immunhistochemisch ergibt sich kein charakteristisches Bild, die Expression von B-Zellmarkern wie CD20, CD79 und membranständigen Immunglobulinen sowie der fehlende Nachweis von CD5, CD10, CD23 und Cyclin D1 können jedoch wegweisend sein.

8 Therapie

In Abhängigkeit von der Ausbreitung und Symptomatik der Tumorerkrankung gibt es gestaffelte Therapieoptionen:

Bei asymptomatischen Patienten kann eine „watch-and-wait“-Strategie verfolgt werden.

Für limitierte Stadien stehen lokale Behandlungsansätze zur Verfügung, darunter fallen Operationen und Strahlentherapie.

Systemische Therapiemöglichkeiten werden bei symptomatischen Patienten und höhergradigen Ausprägungen angewendet und beinhalten die klassische (Poly-)Chemotherapie, die zielgerichtete Tumortherapie mit Substanzen wie dem CD20-Antikörper Rituximab und/oder Antiinfektiva.

Beim MALT-Lymphom des Magens liegt die Besonderheit vor, dass in frühen Stadien alleine durch die erfolgreiche Helicobacter-pylori-Eradikation eine Heilungschance besteht.

9 Literatur

  • Zucca et al.: Marginal zone lymphomas: ESMO Clinical Practice Guidelines for diagnosis, treatment and follow-up. Ann Oncol. 2020 Jan;31(1):17-29.
  • Raderer et al.: Extranodales Marginalzonen-Lymphom (MALT LYMPHOM), Onkopedia, Stand Januar 2021.
  • Buske et al.: Nodales Marginalzonen Lymphom, Onkopedia, Stand November 2018.
  • Arcaini et al.: Splenic marginal zone lymphoma: from genetics to management. Blood. 2016 Apr 28;127(17):2072-81.
  • Kompetenznetz Maligne Lymphome[1] , Stand April 2021.

Tags:

Fachgebiete: Hämatologie, Onkologie

Diese Seite wurde zuletzt am 20. April 2021 um 10:15 Uhr bearbeitet.

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