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Ureter (Veterinärmedizin)

(Weitergeleitet von Harnleiter (Veterinärmedizin))

Synonym: Harnleiter

1 Definition

Die Ureteren bzw. Harnleiter der Haussäugetiere zählen zu den harnableitenden Organen und verbinden die Nieren mit der Harnblase.

2 Anatomie

Die Harnleiter sind tierartlich verschieden lang, besitzen aber bei allen Tieren eine ähnliche Histologie. Der Ureter verläuft von der Niere ausgehend retroperitoneal nach kaudal und kann je nach Lage in drei Abschnitte unterteilt werden:

  • Pars abdominalis: steil nach kaudal verlaufender Anfangsabschnitt, erstreckt sich von der Niere bis in den Eintritt in die Gekrösefalte, wobei er sich kurz zuvor nach medial wendet
  • Pars pelvina: tritt in die Gerkösefalte ein, wobei hier geschlechtliche Unterschiede vorliegen:
  • intramurales Verlaufsstück: nach Erreichen der Dorsalfläche der Harnblase (Übergang Corpus vesicae zu Cervix vesicae) durchdringt ein etwa 20 mm langes intramurales Verlaufsstück schräg die Harnblasenwand und durchsticht die Schleimhaut schlitzförmig als Harnleitermündung (Ostium ureteris)

Dieser schrägverlaufende Harnleiterabschnitt hat funktionelle Aufgaben: bei Druckanstieg in der Harnblase aufgrund zunehmender Füllung wird auf diese Weise ein Zurückfließen des Harnes in den Harnleiter verhindert. Gleichzeitig wird ein weiteres Füllen der Harnblase gewährleistet, da durch peristaltische Kontraktionen der Harnleiterwand der Widerstand der Harnblase überwunden werden und der zufließende Harn somit in die Harnblase gelangen kann.

2.1 Gefäßversorgung

Aufgrund des Verlaufs werden die Uretern aus unterschiedlichen Stammgefäßen versorgt.

2.1.1 Arterien

Neben den genannten Rami ureterici sind noch weitere Versorgungsäste möglich. Anatomische Varianten sind häufig. Die arterielle Versorgung sollte daher bei jedem Tier individuell betrachtet werden.

2.1.2 Venen

Der venöse Abfluss erfolgt über gleichnamige Venen, die allesamt in die Vena cava caudalis einmünden:

2.1.3 Lymphe

Die Lymphgefäße der Ureteren ziehen zu folgenden Lymphknoten:

2.2 Innervation

Die Harnleiter sind vegetativ und sensibel innerviert. Die vegetativen Fasern entstammen dem Plexus coeliacus und dem Plexus pelvinus.

3 Histologie

Die Wandschichtung der Ureteren gestaltet sich wie folgt:

4 Topographie

Nachdem der Ureter am Hilus die Niere verlassen hat, zieht die Pars abdominalis in mehr oder weniger scharfem Bogen in Richtung Beckeneingang. Dabei verläuft er eher gerade retroperitoneal unter der inneren Lendenmuskulatur und überkreuzt dabei die von Aorta und Vena cava caudalis abgehenden Körperwandgefäße. Unmittelbar vor dem Ende der Lendenwirbelsäule schlägt der Ureter, der ab hier als Pars pelvina bezeichnet wird, in kurzem geschwungenem Verlauf auf die Harnblase zu. Dabei zieht er je nach Geschlecht an unterschiedlichen anatomischen Strukturen vorbei und erreicht letztendlich die Harnblase.

5 Klinik

Bei Hunden (Zwergpudel, Husky, Foxterrier) tritt gelegentlich als Missbildung eine Kaudalverlagerung des Eintritts des Harnleiters hinter den Harnblasensphinkter auf. Diese als Ureterektopie bezeichnete Fehlbildung verursacht in den meisten Fällen Störungen im Harnverhaltevermögen (kongenitale Inkontinenz).

6 Literatur

  • Salomon, Franz-Viktor, Hans Geyer, and Uwe Gille, eds. Anatomie für die Tiermedizin. Enke, 2008.
  • Künzel, Wolfgang. Topographische Anatomie, Hochschülerschaft Veterinärmedizinische Universität (Hersausgeber), 3. Auflage. WS 2011/12
  • Nickel, Richard, August Schummer, and Eugen Seiferle. Band II: Eingeweide. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004.
  • Egerbacher, Monika, Gabner, Simone et al., Gewebelehre und mikroskopische Anatomie. Skriptum für Übungen und Konversatorien der Histologie. Veterinärmedizinische Universität Wien. Stand: 01.10.2015

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