Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Fusidinsäure

Handelsnamen: Fucidine®, Fucidin®, Fucithalmic®, Fusicutan®
Englisch: fusidic acid

1 Definition

Fusidinsäure ist ein Antibiotikum mit Steroidstruktur. Sie wird aus dem Pilz Fusidium coccineum gewonnen.

2 Wirkmechanismus

Der Wirkmechanismus beruht auf einer Hemmung der Proteinsynthese durch Bindung des prokaryotischen Elongationsfaktors EF-G. EF-G entspricht dem eukaryotischen eEF-2, der die Translokation des Ribosoms auf der mRNA bei der Translation bewirkt.

Bei oraler Anwendung erfolgt die Resorption von Fusidinsäure nur sehr langsam. Die Plasmaproteinbindung liegt bei 90%. Außerdem kann Fusidinsäure gut ins Gewebe diffundieren. Die Halbwertszeit beträgt 5 Stunden, die Elimination erfolgt durch Biotransformation zu inaktiven Metaboliten über die Galle.

3 Wirkspektrum

Fusidinsäure ist in vitro wirksam bei

Keine nachgewiesene Wirksamkeit besteht bei Enterokokken und den meisten gramnegativen Bakterien (Ausnahmen: Moraxella, Legionella pneumophila, Neisseria, Bacteroides fragilis).

4 Indikationen

Fusidinsäure wirkt bakteriostatisch auf Staphylokokken. Fusidinsäure-haltige Salben und Cremes werden häufig in der ambulanten dermatologischen Versorgung von Haut- und Weichteilinfektionen verwendet, z.B. bei Follikulitis.

Bei schweren Staphylokokkeninfektionen wird der Wirkstoff immer dann eingesetzt, wenn eine Behandlung mit einem anderen Antibiotikum nicht möglich ist ("Reserveantibiotikum"). Auch erlangt Fusidinsäure immer mehr Bedeutung in der Behandlung des MRSA, da bei vielen Stämmen noch eine Sensibilität gegeben ist. Jedoch sollte sie bei der MRSA-Behandlung nicht als Monotherapie, sondern immer in Kombination mit anderen Antibiotika (z.B. Rifampicin) angewendet werden.

Fusidinsäure kann ebenfalls gegen Infektionen mit Mycobacterium leprae eingesetzt werden.

5 Darreichungsformen

Eine lokale Anwendung mittels Salbe, Creme, Puder, Gel und Augentropfen (meist Fusidinsäure in 2% Konzentration) ist bei Haut- und Augeninfektionen möglich. Darüber hinaus gibt es Verbandmittel, die Fusidinsäure enthalten. Die systemische Applikation mittels Filmtabletten oder Infusionen hat heutzutage eine nachrangige Bedeutung.

6 Nebenwirkungen

Bei systemischer Gabe sind gastrointestinale Beschwerden sowie Leberfunktionsstörungen möglich.

7 Wechselwirkungen

Wechselwirkungen treten in Kombination mit CYP3A4-Substraten auf.

8 Kontraindikationen

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff sollte auf die Anwendung verzichtet werden.

Diese Seite wurde zuletzt am 17. Juni 2021 um 11:33 Uhr bearbeitet.

Liebe Sibylle Schulz, gerne kannst Du die Frage direkt auf unserer Flexikon InSite an die DocCheck Community stellen. Die Flexikon InSite findest Du unter folgendem Link: http://www.doccheck.com/de/profiles/807-flexikon. Sollten Fragen dazu auftreten, kannst Du dich gerne bei uns melden.
#2 am 21.03.2017 von Julia Göntgen (DocCheck Team)
MIch würde die Resistenzentwicklung bei topischer Anwendung interessieren?
#1 am 20.03.2017 von Sibylle Schulz (Arzt | Ärztin)

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

15 Wertungen (3.6 ø)

38.107 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: