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Moraxella

nach Victor Morax (1866-1935), Schweizer Ophthalmologe
Synonym: Neisseriaceae (obsolet)
Englisch: Moraxella

1 Definition

Moraxella ist eine Gattung aerober, gramnegativer Bakterien. Es handelt sich um oxidase-positive, unbewegliche, nicht sporenbildende Mikroorganismen der Familie Moraxellaceae (Ordnung Pseudomonadales), deren humanpathogene Vertreter beim Menschen vornehmlich Atemwegsinfekte auslösen.

2 Morphologie

Moraxellen treten als Kokken, Diplokokken oder kurze Stäbchen auf, die auf Blutagar kleine Kolonien bilden.

3 Systematik

  • Domäne: Bakterien
    • Abteilung: Proteobacteria
      • Klasse: Gammaproteobacteria
        • Ordnung: Pseudomonadales
          • Familie: Moraxellaceae
            • Gattung: Moraxella

4 Arten

Die wichtigsten humanpathogenen Vertreter sind Moraxella catarrhalis (früher auch: Branhamella catarrhalis) und Moraxella lacunata. Weitere Arten sind:

Moraxella bovis ist als Verursacher der ansteckenden Hornhaut- und Bindehautentzündung bei Rindern beschrieben.

5 Laborsicherheit

Durch die Infektiosität über die Schleimhäute ist von der bei der Erregeridentifizierung üblichen Geruchsprobe dringend abzusehen.

6 Klinik

Moraxella catarrhalis löst beim Menschen meist Atemwegsinfekte aus, Moraxella lacunata eine Blepharokonjunktivitis. Andere Arten können bei immungeschwächten Personen opportunistische Infektionen verursachen. Auch Bisswunden, die von Tieren zugefügt werden, können mit Moraxellen kontaminiert sein.

Die Erreger befallen in erster Linie die Schleimhäute des Oropharynx sowie den Respirationstrakt. Die Ausbreitung des Erregers erfolgt meist per continuitatem auf den Schleimhäuten, wobei Adhäsionsfaktoren und Biofilmbildung eine Rolle spielen. Die Erreger können ins Blut übertreten und weitere Organe befallen.

Zur Inkubationszeit gibt es sehr unterschiedliche Angaben, was daran liegt, dass Moraxellen den menschlichen Wirt als Kommensalen besiedeln können, ohne Symptome zu verursachen.

Moraxellen sind Betalaktamasebildner. Zur antibiotischen Behandlung kommen als erste Wahl Amoxicillin/Clavulansäure bzw. Ampicillin/Sulbactam zum Einsatz. Bei Therapieversagen kommen Cephalosporine, Chinolone oder Erythromycin in Frage.

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