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Sulbactam

Handelsnamen: Combactam® u.v.a.

1 Definition

Sulbactam ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der Betalaktamaseinhibitoren. Es wird in Kombination mit Betalaktam-Antibiotika zur Therapie von mittelschweren bis schweren bakteriellen Infektionen verabreicht. Eine Kombinationstherapie verspricht eine Erweiterung des therapeutischen Spektrums im Vergleich zur Monotherapie mit einem Betalaktam-Antibiotikum.

2 Chemie

Sulbactam ist ein synthetisches Penicillansäuresulfon. Die Summenformel ist C8H11NO5S.

3 Wirkmechanismus

Sulbactam wird von der bakteriellen Betalaktamase in Fragmente gespalten, die anschließend kovalent an das Enzym binden und es irreversibel inhibieren (Suizidinhibitor). Dadurch wird eine Spaltung des Betalaktamrings und damit die Inaktivierung des Antibiotikums verhindert. Es gibt jedoch einige Betalaktamasen, die nicht inhibiert werden, z.B. die Betalaktamase ampC Cephalosporinase, die von Erregern wie Pseudomonas aeruginosa, Citrobacter spp., Enterobacter spp. und Serratia spp. gebildet wird. Des Weiteren besteht die Gefahr der Induktion einer Betalaktamasebildung.

4 Darreichungsformen

Sulbactam ist als Monopräparat (z.B. Combactam®) und als Fixkombination mit Ampicillin verfügbar (Ampicillin/Sulbactam).

Aufgrund seiner schlechten enteralen Bioverfügbarkeit wird der Wirkstoff i.d.R. parenteral verabreicht. Eine Ausnahme bildet Sultamicillin (Unacid® PD oral), ein Prodrug, das per os eingenommen werden kann, da Ampicillin und Sulbactam über eine Esterverbindung verbunden sind.

Diese Seite wurde zuletzt am 1. November 2019 um 09:55 Uhr bearbeitet.

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