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BNT162b2

Synonym: Tozinameran
Handelsname: Comirnaty®

1 Definition

BNT162b2 ist ein mRNA-Impfstoff gegen die durch SARS-CoV-2 ausgelöste Infektionskrankheit COVID-19.

2 Wirkmechanismus

BNT162b2 enthält modifizierte mRNA, die in Lipid-Nanopartikel eingehüllt ist. Dadurch wird die mRNA nach der Injektion des Impfstoffs von Wirtszellen aufgenommen und ruft dort eine transiente Expression der mRNA hervor. Die mRNA kodiert für das vollständige Spikeprotein (S-Antigen) von SARS-CoV-2, enthält aber zwei zusätzliche Punktmutationen innerhalb der zentralen Helix. Diese Mutationen fixieren das Spikeprotein in der Konformation, die vor der Fusion des Virus mit der Wirtszelle besteht. Der Impfstoff löst sowohl die Bildung neutralisierender Antikörper als auch eine zelluläre Immunantwort gegen das Spikeprotein aus.

3 Zusammensetzung

3.1 Wirkstoff

30 Mikrogramm COVID-19-mRNA-Impfstoff, eingebettet in Lipid-Nanopartikel. Dabei handelt es sich um einzelsträngige, 5'-gekappte mRNA, die unter Verwendung einer zellfreien in-vitro-Transkription aus den entsprechenden DNA-Vorlagen hergestellt wird und das virale Spikeprotein von SARS-CoV-2 kodiert.

3.2 Zusatzstoffe

4 Darreichungsform

5 Dosierung

Bei Personen ab 16 Jahren wird BNT162b2 nach Verdünnung intramuskulär in 2 Dosen je 0,3 ml im Abstand von mindestens 21 Tagen in den Musculus deltoideus injiziert. Der empfohlene Abstand zwischen beiden Impfungen beträgt 6 Wochen. Bei Personen ab 65 Jahren ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

6 Anwendungshinweise

Der Impfstoff darf nicht mit anderen Impfstoffen oder Arzneimitteln in derselben Spritze gemischt werden. Da die verwendete mRNA chemisch instabil ist, sollte der Impfstoff bei der Zubereitung nicht geschüttelt werden. Bei der Injektion sind ausreichend weite Kanülen zu verwenden.

6.1 HowTo: Rekonstitution des Impfstoffes und Aufziehen der siebten Dosis

6.2 HowTo: Durchführung der Impfung

Wegen vereinzelt auftretender Fälle von Anaphylaxie sollte nach der Impfung ein Beobachtungszeitraum von mindestens 15 Minuten eingehalten werden.

Bei Personen mit Thrombozytopenie, Gerinnungsstörungen oder Patienten unter Antikoagulation sollte der Impfstoff mit Vorsicht verabreicht werden. Nach einer intramuskulären Injektion können Blutungen oder Hämatome auftreten.

7 Lagerungshinweise

BNT162b2 ist bei einer Temperatur von -90 bis -60 °C bis zu sechs Monate stabil. Nach dem Auftauen kann das unverdünnte Konzentrat im Kühlschrank bis zu fünf Tage bei 2 bis 8 °C aufbewahrt werden. Bei Zimmertemperatur muss der Impfstoff innerhalb von zwei Stunden verwendet werden.

8 Nebenwirkungen

Die Sicherheit von BNT162b2 wurde bei Teilnehmern ab 16 Jahren in 2 klinischen Zulassungsstudien untersucht. Die Verumgruppe umfasste 21.744 Teilnehmer, die Placebogruppe 21.728 Teilnehmer. Häufige (≥ 1/100, < 1/10) oder sehr häufige (≥ 1/10) Nebenwirkungen waren:

Häufigkeit und Schwere der Nebenwirkungen sind bei der 2. Impfung aufgrund der induzierten Immunreaktion natürlicherweise höher als bei der 1. Impfung und gelten nicht als unerwartetes Ereignis.

Folgende unerwünschte Ereignisse sind im Rahmen der Risikoüberwachung des Impfstoffs im Sicherheitsbericht des PEI (3/2021) aufgeführt:[1]

Bei den o.a. Nebenwirkungen handelt es sich um seltene bis sehr seltene Nebenwirkungen, die in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung auftraten. Eine Kausalität in Bezug zur Impfung ist noch nicht bei allen Meldungen an das PEI gesichert.

9 Kontraindikationen

10 Besondere Situationen

10.1 Schwangerschaft

Es liegen zur Zeit (2/2021) nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von BNT162b2 in der Schwangerschaft vor. In tierexperimentellen Studien kam es nicht zu direkten oder indirekten schädlichen Wirkungen in Bezug auf die Schwangerschaft oder die Embryonalentwicklung. Die Gabe von BNT162b2 in der Schwangerschaft sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn der potenzielle Nutzen die möglichen Risiken für Mutter und Fötus überwiegt.

10.2 Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob BNT162b2 in die Muttermilch übergeht.

11 Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit anderen Impfstoffen oder Arzneimitteln wurden nicht untersucht.

12 Dauer des Impfschutzes

Die Dauer des Impfschutzes ist zur Zeit (2/2021) nicht bekannt.

13 Wirkung gegen Virusvarianten

Während BNT162b2 gegenüber der Delta-Variante von SARS-CoV-2 eine ausreichende Schutzwirkung entfaltet, ist der Impfschutz gegenüber der Omikron-Variante deutlich herabgesetzt.

14 Quellen

  1. Paul-Ehrlich-Institut: Verdachtsfälle von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen nach Impfung zum Schutz vor COVID-19 4.3.2021, abgerufen am 23.3.2021

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Fachgebiete: Arzneimittel

Diese Seite wurde zuletzt am 20. Dezember 2021 um 17:31 Uhr bearbeitet.

Nein, mindestens 21 Tage später. Regelzeitpunkt für die 2. Impfung ist nach 6 Wochen. Das ist aber nur ein Richtwert. Wenn man nach 8 Wochen die 2te Impfung erhält, sollte das auch kein Problem sein. Das Immunsystem führt keinen Terminkalender.
#4 am 23.04.2021 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Maximaler Abstand zur zweiten Impfung ist? Oder sollte exakt 21Tage später die zweite Impfung erfolgen?
#3 am 21.04.2021 von Erika Maria Skawron (Mitarbeiter/in Industrie | Agentur)
Die Impfstoff-mRNA wird wie die zelleigene mRNA von der Zelle in den Ribosomen direkt in das entsprechende Protein (Spikeprotein) translatiert. Da wird nix in die DNA eingebaut - ist eine direkte Übersetzung.
#2 am 23.02.2021 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Gast
Ich habe eine Frage bezüglich des Wirkungsmechanismus, evtl. kann mir ja jemand bei meinem Verständnisproblem helfen, vielen Dank schon mal. Wenn der Impfstoff in die Zelle eindringt und der wesentliche Wirkstoff die mRNA ist, wie wird die mRNA in den DNS Strang eingebaut um das Spikeprotein zu falten? oder gibt es eine direkte Übersetzung; mRNA zu Spike? Im Artikel wird davon gesprochen das weitere mRNA in der Zelle codiert wird, das hört sich für mich an als ob es noch einen Zwischenschritt gäbe. Kommen CRISPR/Cas 9 oder andere Cas zum Zuge? Danke nochmal für die Antworten.
#1 am 23.02.2021 von Gast (Arzt | Ärztin)

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