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Alpha-1-Fetoprotein

Abkürzung: AFP

1 Definition

Das Alpha-1-Fetoprotein ist ein Glykoprotein, welches in der Onkologie als Tumormarker und in der Gynäkologie zur Pränataldiagnostik eingesetzt wird.

2 Funktion

AFP wird während der Schwangerschaft in größeren Mengen im Dottersack gebildet. Kleinere Mengen werden von der Leber und dem Gastrointestinaltrakt auch bei Nichtschwangeren gebildet.

3 Klinische Bedeutung

In der Onkologie wird das AFP zum Screening und zur Verlaufskontrolle des hepatozellulären Karzinoms verwendet. Weiterhin kann der Serumspiegel erhöht sein bei:

Die Spezifität ist dabei eingeschränkt, sodass auf eine festgestellte Erhöhung des Alpha-1-Fetoproteins weitere Untersuchungen folgen müssen.

In der Gynäkologie wird das AFP zusammen mit Gonadotropin und Östriol im sogenannten Triple-Test bestimmt. Dabei lassen sich unter Umständen Rückschlüsse auf vorliegende Fehlbildungen des Ungeborenen ziehen.Die Spezifität ist jedoch auch hier eingeschränkt.

4 Labormedizin

4.1 Material

Für die Untersuchung wird 1 ml Serum benötigt.

4.2 Referenzbereich

Der Referenzbereich liegt unter 10 µg/l (20 ng/ml).

In der Schwangerschaft und im ersten Lebensjahr ist das AFP physiologischerweise erhöht. Der jeweilige Normwert ist abhängig vom Zeitpunkt der Schwangerschaft.

Schwangerschaftswoche (SSW) Mittelwert AFP
15. SSW 20,4 ng/ml
17. SSW 30,0 ng/ml
19. SSW 35,5 ng/ml
20. SSW 46,0 ng/ml
22. SSW 58,0 ng/ml
23. SSW 68,0 ng/ml
25. SSW 125,0 ng/ml
30. SSW 200,0 ng/ml
35. SSW 200,0 ng/ml
40. SSW 140,0 ng/ml

4.3 Interpretation

Ein über den Referenzbereich erhöhter AFP-Wert kann auf folgende Krankheitsbilder hinweisen:

In der Schwangerschaft können erhöhte Werte können auf eine Spina bifida oder Anenzephalie hinweisen, während erniedrigte Werte im Rahmen einer Trisomie 21 vorliegen können. Darüber hinaus können zu hohen AFP-Werten auch eine falsch datierte Schwangerschaft oder eine Mehrlingsschwangerschaft zugrunde liegen. AFP-Werte vor der 15. und nach der 20. SSW sind schwer zu interpretieren, da hier die Schwankungsbreite sehr groß ist.

4.4 Alpha-1-Fetoprotein im Fruchtwasser

Das Alpha-1-Fetoprotein übernimmt beim Feten die Funktion des Albumins und wird postnatal stetig durch Albumin ersetzt. Daher kann das AFP auch im Fruchtwasser bestimmt werden, wofür eine Probe von 1ml benötigt wird. Erhöhte Werte können auf hinweisen auf:

Der AFP-Wert im Fruchtwasser ist außerdem gelegentlich erhöht beim Vorliegen eines Turner-Syndroms, einer Duodenal- oder Ösophagusatresie, eines Hydrozephalus, einer Rhesus-Inkompatibilität, eines anulären Pankreas sowie sowie bei konnatalen Hautdefekten oder polyzystischen Nieren. Auch ein Abortus imminens kann zu erhöhten AFP-Werten im Fruchtwasser führen. Zu artifiziellen Verfälschungen des Wertes kann es durch Blutbeimengungen bei der Amniozentese kommen.

5 Quellen

  • Laborlexikon.de; abgerufen am 29.01.2021

Diese Seite wurde zuletzt am 29. Januar 2021 um 14:37 Uhr bearbeitet.

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