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Melioidose

(Weitergeleitet von Whitmore-Krankheit)

Synonym: Whitmore-Krankheit, Pseudorotz
Englisch: melioidosis, Whitmore’s disease

1 Definition

Melioidose ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Burkholderia pseudomallei ausgelöst wird.

2 ICD10-Codes

  • A24.1: Akute oder fulminante Melioidose
  • A24.2: Subakute oder chronische Melioidose

3 Erreger

Burkholderia pseudomallei ist ein aerobes Stäbchenbakterium aus der Familie der Pseudomonaceae. Der Erreger findet sich unter anderem im Boden, in verunreinigtem Wasser, sowie auf Gemüsen und Früchten.

4 Infektion

Der Erreger der Melioidose wird aerogen, durch Schmierinfektion oder orale Aufnahme des Erregers (z.B. verunreinigte Lebensmittel) übertragen. Häufig dienen oberflächliche Verletzungen der Haut als Eintrittspforte.

Eine Infektion mit Burkholderia pseudomallei kann lange Zeit asymptomatisch verlaufen. Die Inkubationszeit der Melioidosis liegt meist bei 1–21 Tagen, kann aber auch bis zu 20 Jahre betragen.

5 Vorkommen

Die Melioidose betrifft neben dem Menschen eine Vielzahl von Tierarten, darunter Nagetiere, Pferde, Rinder, Schweine, Schafe und Vögel. Diese tragen zur Verbreitung des Erregers bei.

6 Epidemiologie

Die Melioidose kommt überwiegend in subtropischen und tropischen Gebieten vor. Hier ist die Infektion unter Nagetieren endemisch und befällt häufig auch Haustiere. Das Hauptverbreitungsgebiet ist Südostasien, mit der größten Inzidenz in Vietnam, Kambodscha, Laos, Thailand, Malaysia, Burma und Nord-Australien. Darüber hinaus gibt es Fälle im südpazifischen Raum, in Afrika, Indien und im Mittleren Osten. Die wenigen in westlichen Industrieländern auftretenden Erkrankungen betreffen meistens Reisende oder Einwanderer.

7 Symptomatik

Die Melioidosis verläuft oft asymptomatisch. Der symptomatische Verlauf äußert sich je nach Infektionsweg unterschiedlich.

Bei aerogener Infektion ist eine Pneumonie mit Bildung von Kavernen und hohem Fieber typisch. Die Ausbildung eines Lungenabszess und Lungenemphysems sind mögliche Komplikationen.

Bei Eintritt des Erregers über Wunden bilden sich Abszesse in den umgebenden Weichteilen. Die Meliodose kann in Leber, Milz, Lymphknoten und Knochen zur Ausbildung von Granulomen führen.

Bei systemischer Ausbreitung des Erregers kommt es zur Sepsis mit meist tödlicher Folge.

8 Diagnostik

Die Melioidosis sollte bei Patienten mit vorliegender Reiseanamnese mit in die Differentialdiagnose einbezogen werden.

Zur weiterführenden Diagnostik dient:

9 Prophylaxe

Eine Infektion mit Burkholderia pseudomallei ist schwer zu verhindern, da der Erreger in der Umwelt fast überall zu finden sein kann. Bei Reisen in Endemiegebiete empfiehlt es sich, Wert auf persönliche Hygiene und hygienische Zubereitung der verzehrten Speisen zu legen sowie auf gewissenhafte Säuberung erlittener Wunden zu achten.

10 Therapie

Die Therapie besteht in der parenteralen Gabe einer Kombination des Cephalosporins Ceftazidim und des Folsäureantagonisten Cotrimoxazol über eine Dauer von 14 Tagen. Anstelle von Ceftazidim können auch die Carbapeneme Imipenem oder Meropenem eingesetzt werden.

Um eine Reaktivierung überlebender Krankheitserreger zu unterbinden sollten alle betroffenen Patienten danach bis zu 6 Monate mit Cotrimoxazol weiterbehandelt werden.

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