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Transjugulärer intrahepatischer portosystemischer Stent-Shunt

(Weitergeleitet von Transjugulärer intrahepatischer portocavaler Shunt)

Synonyme: TIPSS, Transjugulärer intrahepatischer portosystemischer Shunt, TIPS
Englisch: transjugular intrahepatic portosystemic stent shunting, transjugular intrahepatic portosystemic shunt

1 Definition

Der transjuguläre intrahepatische portosystemische Stent-Shunt, kurz TIPSS, ist eine interventionelle Methode zur Anlage eines Shunts zur Umgehung des Leberstromgebietes.

2 Indikationen

Indikationen für die Anlage eines TIPSS sind alle Formen der portalen Hypertension, die nicht mehr konservativ behandelt werden können und bei denen eine Lebertransplantation nicht möglich ist. Beispiele sind:

Ein TIPSS ist auch indiziert, um die Zeit bis zu einer Lebertransplantation zu überbrücken (Bridging). Darüber hinaus kann die Anlage eines TIPSS vor einer anstehenden Lebertransplantation erfolgen, um eine weitere Bildung von Kollateralen in der Leberstrombahn einzudämmen und so die Operabilität zu verbessern.

3 Technik

Die Vena jugularis interna wird transkutan punktiert. Unter Bildwandler-Kontrolle wird ein Katheter in eine Lebervene vorgeschoben. Durch das Parenchym der Leber hindurch wird eine Verbindung zwischen den Lebervenen und einem Ast der Pfortader geschaffen. Diese Verbindung wird mit einem Stent stabilisiert. Der Pfortaderdruck wird durch diese Maßnahme auf unter 10 mmHg reduziert.

4 Komplikationen

Patienten, die für eine TIPSS in Frage kommen, sind in der Regel in einem sehr schlechten Allgemeinzustand. Bei einer TIPSS muss mit einer hohen Letalität gerechnet werden. Als technische Komplikation kann eine Läsion der Leberkapsel erfolgen, die zu einer Blutung in das Retroperitoneum führt.

5 Folgen

Durch die Senkung des portalvenösen Druckes bessern sich darauf zurückzuführende Symptome wie ein Aszites und Ösophagusvarizenblutungen. Jedoch muss in Betracht gezogen werden, dass diese Besserung zum Preis einer verminderten Leberdurchblutung erfolgt.

Dadurch kann die Leber ihre Entgiftungsfunktion nur noch unzureichend wahrnehmen. Folge ist eine hepatische Enzephalopathie.

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Fachgebiete: Gefäßchirurgie

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