Vom 13. bis 26. Juni steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Schluckakt

(Weitergeleitet von Schlucken)

Synonyme: Schluckvorgang, Schlucken
Englisch: deglutition, swallowing

1 Definition

Der Schluckakt ist ein durch Muskeln kontrollierter Körpervorgang, der dazu dient, Speisebrei von der Mundhöhle zum Magen zu befördern.

2 Voraussetzungen

Für einen erfolgreichen Schluckakt müssen zwei Voraussetzungen gegeben sein:

Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, kann Speisebrei in die Luftwege geraten.

3 Ablauf

3.1 Anspannung der Mundbodenmuskulatur

Das Zungenbein wird durch die beidseitige Kontraktion der Mundbodenmuskulatur (Musculus stylohyoideus, Musculus mylohyoideus und Musculus digastricus) nach vorne bewegt. Dies bewirkt ein Anpressen der Zunge gegen den harten Gaumen, so dass der Speisebrei nach hinten gelangt.

3.2 Verschluss des Kehlkopfes

Die Kontraktion des Musculus thyrohyoideus bewirkt, dass der hinter der Membrana thyrohyoidea befindliche Fettkörper (Corpus adiposum preepiglotticum) gestaucht wird und auf diesem Weg ein Verschluss des Kehlkopfs durch die Epiglottis erfolgt.

3.3 Verschluss des Nasenrachenraumes

Der Musculus levator veli palatini und der Musculus tensor veli palatini sorgen für eine horizontale Einstellung des Gaumensegels. Gleichzeitig wird der Passavant-Ringwulst durch den Musculus constrictor pharyngis superior dem Gaumensegel entgegen bewegt, so dass es zu einem Verschluss des Nasenrachenraumes kommt.

3.4 Beförderung des Speisebreis in den Rachen

Die Beförderung des Speisebreis in den Rachen erfolgt durch die Kontraktion des Musculus hyoglossus und des Musculus styloglossus, denn diese Muskeln bewirken, dass die Zunge nach dorsal gezogen wird.

3.5 Peristaltische Wellen im Ösophagus

Nachdem der Speisebrei den verschlossenen Kehlkopf passiert hat, landet er in der Speiseröhre (Ösophagus). Sie besitzt in ihrer Tunica muscularis eine innere Ring- und eine äußere Längsmuskulatur. Durch Kontraktion der Längsmuskulatur wird zunächst das Lumen der Speiseröhre erweitert. Die folgende Kontraktion der Ringmuskulatur verhindert, dass Speisebrei nach kranial gelangen kann. Diese Kontraktionen laufen in Form von peristaltischen Wellen ab, so dass der Speisebrei schließlich im Magen landet.

4 Phasen

Die oben geschilderten Vorgänge können in 4 Phasen gegliedert werden:

  • Orale Vorbereitungsphase: Umfasst die Vorgänge, die dem eigentlichen Schluckvorgang vorangehen und diesen erst ermöglichen, vor allem die Zerkleinerung der Speisen und die Durchmischung mit Speichel
  • Orale Transportphase: Formung des zerkleinerten Speisebreis zum Bolus. Die Zunge befördert diesen Bolus mithilfe von Aufwärts- und Rückwärtsbewegungen in Richtung des harten Gaumens und schiebt ihn über die Rachenenge in den Rachen. Dadurch wird der eigentliche Schluckreflex ausgelöst.
  • Pharyngeale Transportphase: Das Gaumensegel wird angespannt und angehoben. Dadurch wird der Übertritt des Nahrungsbreis in die oberen Luftwege verhindert. Die Trachea wird durch die Epiglottis verschlossen, der obere Ösophagussphinkter öffnet sich. Der Bolus wird durch das Zusammenspiel von Pharynx- und Zungenmuskulatur sowie die Schwerkrafteinwirkung in die Speiseröhre befördert.
  • Ösophageale Transportphase: Der Bolus wird durch peristaltische Bewegungen der Ösophagusmuskulatur und die Schwerkraft weiter in Richtung des Magens befördert. Mit der Passage des unteren Ösophagussphinkters tritt der Bolus in den Magen ein, was den Schluckakt beendet.

5 Schluckreflex

Da durch Berührung des Speisebreis mit der Rachenwand der Schluckakt reflektorisch ausgelöst wird, kann man auch vom "Schluckreflex" sprechen.

5.1 Afferente Bahn

Sie verläuft im

zum Schluckzentrum in der Medulla oblongata.

5.2 Efferente Bahn

Sie zieht im

zu den beteiligten Muskeln.

6 Diagnostik

Tags:

Fachgebiete: Physiologie

Diese Seite wurde zuletzt am 6. März 2022 um 10:27 Uhr bearbeitet.

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