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Fremdkörperaspiration

von lateinisch: aspirare - einhauchen, einatmen
Englisch: pulmonary aspiration

1 Definition

Die Fremdkörperaspiration kommt durch das Eintreten von Fremdkörpern in die Atemwege (Aspiration) zustande.

ICD10-CODE = T17.-

2 Begünstigende Faktoren

Betroffen sind häufig Kleinkinder, die beim Essen oder im Spiel Fremdkörper versehentlich aspirieren. Zu den aspirierten Fremdkörpern gehören unter anderem Nüsse, Murmeln und kleine Teile von Spielzeugen ("Bausatz aus dem Überraschungsei").

Im Erwachsenenalter kommen Fremdkörperaspirationen vor allem bei Bewusstlosigkeit und neurologischen Defiziten mit einer Störung des Schluckaktes vor. Häufig bleibt die Aspiration sowohl bei Kindern, als auch bei Erwachsenen unbemerkt.

3 Klinik

Die klinische Symptomatik richtet sich nach Art und Beschaffenheit des aspirierten Fremdkörpers, dessen Lage und der Zeit zwischen Aspiration und Diagnose.

3.1 Lokalisation

Fremdkörper bleiben am häufigsten erst in den Bronchien stecken. Dabei findet sich der Fremdkörper etwa doppelt so häufig in Abschnitten des rechten Bronchialbaums. Dieser Umstand ist durch den steileren Abgang des rechten Hauptbronchus zu erklären.

3.2 Beschaffenheit des Fremdkörpers

Ausschlaggebend sind die Größe, Form und Festigkeit des Fremdkörpers. Daneben besitzen kontaminierte Fremdkörper meist eine hohe Infektiösität (Aspirationspneumonie).

Je nach Form und Größe kann ein Fremdkörper ganze Abschnitte des Bronchialbaums verlegen und zur Ausbildung von Atelektasen führen. Möglich ist auch eine Konstellation, bei der der Fremdkörper einen Ventilmechanismus aufrecht erhält, welcher den Einstrom von Luft erlaubt, den Ausstrom jedoch verhindert (Überblähung).

3.3 Zeit zwischen Aspiration und Diagnose

Eine lange Zeit zwischen Aspiration und Diagnose begünstigt die Entstehung von Komplikationen. Insbesondere Superinfektionen und entzündliche Reaktionen der Umgebung werden begünstigt. Bei längerem Verbleiben des Fremdkörpers treten öftter Hämoptysen und schwerwiegende Atelektasen auf.

3.4 Symptomatik

Die Symptomatik besteht zunächst in einem pfeifenden Atemgeräusch, eventuell kann bei Lage im Larynx Stridor hörbar werden. Bei ausgeprägten Obstruktionen kommt es zu unstillbarem Husten und desöfteren auch zu Hämoptysen. Durch Ausbildung von Atelektasen bzw. einer stark verminderten Belüftung könne betroffene Patienten Dyspnoe und Zyanose aufweisen.

4 Diagnostik

Die Diagnose einer Fremdkörperaspiration kann durch Anamnese und körperliche Untersuchung vermutet werden. Bildgebende Verfahren bestätigen den Verdacht.

Bei der Auskultation können das pfeifende Atemgeräusch, eine exspiratorisch betonte Obstruktion und die aufgehobenen Atemgeräusche nach einer vollständigen Obstruktion gehört werden.

Ein Röntgen-Thorax in 2 Ebenen erlaubt fast immer die Sicherung der Diagnose. Ergänzend kann eine Spirometrie aufschlussreich sein.

5 Therapie

Die kausale Therapie besteht in der Fremdkörperentfernung. Dies kann durch eine Bronchoskopie (mit starrem Rohr) erfolgen. Ist die bronchoskopische Entfernung nicht möglich, können chirurgische Eingriffe notwendig werden.

Eine Aspirationspneumonie sollte gegebenenfalls mit der Gabe von Antibiotika behandelt werden.

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