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Schluckakt

Synonyme: Schluckvorgang, Schlucken
Englisch: deglutition, swallowing

1 Definition

Der Schluckakt ist ein durch Muskeln kontrollierter Körpervorgang, der dazu dient, Speisebrei von der Mundhöhle zum Magen zu befördern.

2 Voraussetzungen

Für einen erfolgreichen Schluckakt müssen zwei Voraussetzungen gegeben sein:

Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, kann Speisebrei in die Luftwege geraten.

3 Ablauf

3.1 Anspannung der Mundbodenmuskulatur

Das Zungenbein wird durch die beidseitige Kontraktion der Mundbodenmuskulatur (Musculus stylohyoideus, Musculus mylohyoideus und Musculus digastricus) nach vorne bewegt. Dies bewirkt ein Anpressen der Zunge gegen den harten Gaumen, so dass der Speisebrei nach hinten gelangt.

3.2 Verschluss des Kehlkopfes

Die Kontraktion des Musculus thyrohyoideus bewirkt, dass der hinter der Membrana thyrohyoidea befindliche Fettkörper gestaucht wird und auf diesem Weg ein Verschluss des Kehlkopfs durch die Epiglottis erfolgt.

3.3 Verschluss des Nasenrachenraumes

Der Musculus levator veli palatini und der Musculus tensor veli palatini sorgen für eine horizontale Einstellung des Gaumensegels. Gleichzeitig wird der Passavant-Ringwulst durch den Musculus constrictor pharyngis superior dem Gaumensegel entgegen bewegt, so dass es zu einem Verschluss des Nasenrachenraumes kommt.

3.4 Beförderung des Speisebreis in den Rachen

Die Beförderung des Speisebreis in den Rachen erfolgt durch die Kontraktion des Musculus hyoglossus und des Musculus styloglossus, denn diese Muskeln bewirken, dass die Zunge nach dorsal gezogen wird.

3.5 Peristaltische Wellen im Ösophagus

Nachdem der Speisebrei den verschlossenen Kehlkopf passiert hat, landet er in der Speiseröhre (Ösophagus). Sie besitzt in ihrer Tunica muscularis eine innere Ring- und eine äußere Längsmuskulatur. Durch Kontraktion der Längsmuskulatur wird zunächst das Lumen der Speiseröhre erweitert. Die folgende Kontraktion der Ringmuskulatur verhindert, dass Speisebrei nach kranial gelangen kann. Diese Kontraktionen laufen in Form von peristaltischen Wellen ab, so dass der Speisebrei schließlich im Magen landet.

4 Phasen

Die oben geschilderten Vorgänge können topografisch 4 Transportphasen zugeordnet werden:

  • Prä-orale Phase: Sensorische Wahrnehmung der Speisen und Anregung des Speichelflusses. Vorbereitung der Nahrung und Zuführung zum Mund.
  • Orale Transportphase: Zerkleinerung der Speise und Formung zum Bolus. Die Zunge befördert diesen Bolus mithilfe von Aufwärts- und Rückwärtsbewegungen in Richtung des Rachens, was den eigentlichen Schluckreflex auslöst und die Lippen verschließt.
  • Pharyngeale Transportphase: Durch den Transport des Bolus durch den Rachen wird die Trachea durch die Epiglottis verschlossen. Der Bolus wird aus dem Zusammenspiel von Pharynxwänden, Zungenschubkraft und Schwerkrafteinwirkung zum oberen Schließmusekl der Speiseröhre befördert. Dieser Vorgang dauert etwa eine Sekunde damit die Atmung nicht zu lang unterbrochen wird
  • Ösophageale Transportphase: In der letzten Phase des Schluckaktes öffnet sich der Schließmuskel der Speiseröhre für die Aufnahme des Bolus, welcher durch peristaltische Bewegungen des Ösophagus weiter in den Magen befördert wird.

5 Schluckreflex

Da durch Berührung des Speisebreis mit der Rachenwand der Schluckakt reflektorisch ausgelöst wird, kann man auch vom "Schluckreflex" sprechen.

5.1 Afferente Bahn

Sie verläuft im

zum Schluckzentrum in der Medulla oblongata.

5.2 Efferente Bahn

Sie zieht im

zu den beteiligten Muskeln.

6 Quellen

E.Derrer - Merk, I.Strauch, S.Schwarz, CH. M. Brenddebach, G.Vernbro; 2013; Prüfungswissen Altenpflege; 2. Auflage; München; Elsevier GmbH Urban & Fischer Verlag.

Fachgebiete: Physiologie

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