Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Hyperosmolares diabetisches Koma

Synonym: Diabetisches hyperosmolares Koma, hyperglykämisches hyperosmolares Syndrom
Englisch: diabetic hypoglycemic coma

1 Definition

Das hyperosmolare diabetische Koma ist eine Form des Coma diabeticum und eine schwerwiegende Komplikation des Diabetes mellitus Typ 2. Gelegentlich kann es auch als Erstmanifestation der Stoffwechselerkrankung auftreten.

2 Pathophysiologie

Durch relativen Insulinmangel kommt es beim Diabetes mellitus Typ 2 zu einer reduzierten peripheren Glukoseverwertung (verminderte Glukosetoleranz) bei gleichzeitig gesteigerter hepatischer Glukosefreisetzung. Eine noch bestehende Insulinausschüttung oder eine geringere Sekretion von kontrainsulinären Hormonen verhindert eine Ketose durch Inhibition der Lipolyse im Fettgewebe. Daher entsteht keine diabetische Ketoazidose.

2.1 Auslösende Faktoren

Die Ursachen eines hyperosmolaren diabetischen Komas sind meist interkurrente Infektionskrankheiten oder eine Behandlung mit Diuretika. Bei Menschen mit noch nicht diagnostiziertem Diabetes wird es aber vor allem durch die Zufuhr von stark zuckerhaltiger Nahrung ausgelöst, wobei die Blutzuckerwerte auf über 600 mg/dl oder teilweise sogar über 1.000 mg/dl steigen.

3 Symptomatik

Wenn die stark erhöhte Blutglukosekonzentration zu einer Überschreitung der Nierenschwelle führt, kommt es zu einer ausgeprägten Glukosurie, die eine progrediente Dehydratation mit Elektrolytstörungen, Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma, Volumenmangelschock und akutes Nierenversagen auslösen kann. Der Flüssigkeitsmangel beträgt durchschnittlich 6 bis 12 Liter.

4 Diagnostik

4.1 Beispielbefunde

  • pH-Wert > 7,3 (keine Ketoazidose, da keine Freisetzung von Ketonkörpern)
  • pCO2: 35-45 mmHg (ausgeglichen)
  • HCO3-: 22-27 mmol/l (ausgeglichen)
  • Laktat: < 2 mmol/l
  • Blutglukose: 600-1.200 mg/dl

5 Therapie

Die Behandlung des hyperosmolaren diabetischen Komas beinhaltet die Infusion physiologischer Kochsalzlösungen und Kaliumsubstitutionen zur raschen Rehydratation sowie eine intravenöse Insulinzufuhr. Während der ersten ein bis zwei Stunden werden zwei bis drei Liter isotone Kochsalzlösung infundiert, anschließend können in Abhängigkeit von der Serumosmolarität und den Serumelektrolyten auch hypotone Infusionslösungen eingesetzt werden.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

23 Wertungen (3.35 ø)

76.681 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: