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Nierenschwelle

Englisch: renal threshold

1 Definition

Als Nierenschwelle bezeichnet man die maximale Kapazität der Niere für die Rückresorption einer bestimmten Substanz. In der Regel ist damit vor allem die Glukose gemeint.

2 Hintergrund

Glukose wird in den Nierenkörperchen frei filtriert (glomeruläre Filtration) und im proximalen Tubulus unter physiologischen Bedingungen vollständig rückresorbiert.

Auf der luminalen Seite des Tubulus finden sich dafür zwei Natrium-Symporter: SGLT-1 und SGLT-2. SGLT-2 findet sich vor allem im proximalen Konvolut und transportiert Glukose und Natrium im Verhältnis 1:1 in die Tubuluszellen. SGLT-1 transportiert 1 Molekül Glukose im spätproximalen Tubulus zusammen mit 2 Natriumionen (1:2) in die Tubuluszelle. Auf der basolateralen Seite wird Glukose dann mithilfe des GluT 2-Transporters in das Blut transportiert.

Die Nierenschwelle für Glukose liegt bei einer Blutzuckerkonzentration zwischen 150 und 200 mg/dl. Wenn die Blutzuckerkonzentration diese Schwelle überschreitet, sind die Glukose-Carrier gesättigt und die Nieren beginnen, Glukose im Urin auszuscheiden. Es kommt zur Glukosurie, die durch Harnzuckerselbstkontrollen nachgewiesen werden kann.

Der rückresorbierte Zucker wird in Form von Glykogen in die Tubuluszellen eingelagert. Mikroskopisch macht sich da durch eine Schwellung der Zellen bemerkbar, die man auch als Armanni-Ebstein-Zellen bezeichnet.

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