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Hepatitis D

Englisch: hepatitis D (hepatitis delta)

1 Definition

Die Hepatitis D ist eine durch Infektion mit dem HDV (Delta-Agens) ausgelöste Virushepatitis.

2 Erreger

Das HDV ist ein Virusoid ohne eigene Hülle. Es ist für seinen Lebenszyklus auf eine gleichzeitige Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV) angewiesen. Daher lässt sich bei einer Hepatitis D neben der RNA des Viroids (HDV-RNA, HDV ist ein RNA-Virus) und spezifischen Antikörpern (Anti-HDV) das Oberflächenantigen des HBV (HBs-Ag) nachweisen.

2.1 Übertragung

Die Übertragung des Delta-Agens erfolgt auf drei Wegen:

  • parenteral (Blutweg)
  • sexuell (Körperflüssigkeiten, Schleimhautkontakt)
  • perinatal (während der Geburt auf dem Blutweg)

3 Epidemiologie

In Deutschland ist die Hepatitis D selten. Weltweit gibt es Endemiegebiete (Süditalien, Rumänien, Türkei, Naher Osten) in denen Hepatitis B und D gehäuft gleichzeitig vorliegen. In Deutschland sind vor allem Risikogruppen für Hepatitis B betroffen (z.B. bei intravenösen Drogenabusus).

4 Klinik & Diagnostik

Die Hepatitis D ist klinisch schwer zu diagnostizieren. Zwei Erkrankungsumstände sind zu berücksichtigen.

  • Simultaninfektion mit HBV und HDV: Meistens schwere akute Hepatitis, Ausheilung häufig.
  • Superinfektion eines HBV-Trägers: Vermehrt fulminante Hepatitis mit Neigung zur Chronifizierung.

Bei einer Simultaninfektion tritt zumeist eine akute Hepatitis mit zwei Transaminasengipfeln (Inkubationszeit HDV 30-180 Tage) auf, einer durch HDV, der andere durch HBV.

Bei einer Superinfektion kommt es bezüglich des HBe-Antigens häufig zu einer Serokonversion mit Verschwinden des Antigens und Auftreten von Anti-HBe. Der replikative Zyklus des Hepatitis-B-Virus wird somit unterbrochen, jedoch bleibt das HBs-Antigen persistent.

Der spezifische Nachweis einer Hepatitis D erfolgt durch Prüfung von Anti-HDV vom Typ IgM und Nachweis von HDV-RNA. Das HBs-Antigen ist bei aktiver Hepatitis positiv, nach Ausheilung negativ.

5 Therapie

Eine Hepatitis D erschwert die Therapie der Hepatitis B. Das Risiko einer Leberzirrhose ist bei gleichzeitiger D-Infektion stark erhöhrt. Eine antivirale Therapie mit Interferonen ist jedoch bei vorliegender Hepatitis D weniger wirksam. Auch bei initial erfolgreicher antiviraler Therapie mit Interferonen sind Rezidive bei Hepatitis D häufig.

Häufig wird daher die Dosierung des Interferons gesteigert und die Therapiedauer verlängert, die Erfolge sind jedoch mäßig. Betroffene Patienten sollten im besten Fall einem Leberzentrum zugeführt werden, ein Einschluss in kontrollierte Studien zur Hepatitis-D-Therapie ist zu erwägen.

6 Weblinks

AWMF-Leitlinie - Behandlung der chronischen Virushepatitis B/D und der akuten und chronischen Virushepatitis C

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